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City-Logistik: Bürger wünschen sich kommunale Lieferdienste

MAN und VW Nutzfahrzeuge untersuchen in einer Studie die Bedürfnisse der Bewohner und kommunalen Entscheider. Kooperationen gewünscht, Eil-Logistik kein Thema, Umweltqualität schlecht bewertet, Diesel-Fahrverbote abgelehnt.

MAN und Volkswagen Nutzfahrzeuge haben eine gemeinsame Studie zum Lieferverkehr in Städten veröffentlicht. Ziel der Studie „What Cities Want“ war es, sowohl aus Sicht der Bürger als auch der kommunalen Verwaltungen relevante und nachvollziehbare Zukunftsentwürfe für die Citylogistik im Jahr 2030 zu erarbeiten. Damit seien erstmals Nutznießer und Betroffene des urbanen Wirtschaftsverkehrs auf der letzten Meile zu Wort gekommen, reklamieren die Hersteller für ihr Werk. Beispielsweise wünschten sich in Anbetracht des wachsendem Online-Handels und in Folge kleinteiligen Lieferverkehrs die Bürger, Experten und Kommunen Kooperationen von Lieferdiensten und Städten. Sammelbestellungen von Konsumenten könnten dieses Konzept unterstützen, schlägt die Studie vor.

 

VW-Vorstand: Es fehlen ganzheitliche Konzepte

„Generell müssen Dienstleistungs- und Warenströme in den urbanen Zentren wesentlich besser organisiert werden – derzeit funktioniert das nur mit Zeitverlusten und Strapazen. Wir haben veraltete Verkehrsräume“, befindet Dr. Eckhard Scholz, Vorsitzender des Markenvorstandes bei Volkswagen Nutzfahrzeuge. „Ich glaube, das funktioniert auch mit weniger Gewusel und weniger Stress. Was fehlt sind ganzheitliche, städteplanerische Konzepte, die auch und besonders von den Bürgerinnen und Bürgern mit entwickelt und gestaltet werden“, erklärte Scholz weiter. In Hannover, dem Firmensitz der Marke, habe man zusammen mit der Stadtverwaltung, Akteuren des Verkehrswandels und universitären Forschungseinrichtung in der Projektinitiative „Urbane Logistik“ tatsächlich viele Stakeholder an einen Tisch gebracht. Dabei hab man auch festgestellt, wie wenig Wissen über den innerstädtischen Verkehr vorhanden sei und ebenso, wie wenig unterschiedliche Interessengruppen miteinander kommunizierten.

 

"Der weltweite Trend zur Urbanisierung hält unvermindert an“, konstatierte Joachim Drees, Vorstandsvorsitzender des Vorstandes von MAN Truck & Bus AG und MAN SE. Der immer weiter steigende Güter- und Individualverkehr in den Ballungszentren müsse geregelt, der Personentransport sowie die Ver- und Entsorgung müssen sichergestellt werden. "Ich denke, dass das die größte logistische Heraus-forderung ist, die man sich vorstellen kann", so der MAN-Vorstand weiter.

 

Vier Szenarien zur City-Logistik

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger, politische Entscheider und Experten entwickelten in Workshops vier Szenarien, wie sie sich die urbane Logistik der Zukunft wünschen. Die Lösungen legte das die Studie durchführende Meinungsforschungsinstitut Kantar TNS 1.835 Bürgern unterschiedlicher Bevölkerungsschichten und Altersstruktur sowie aus verschieden großen Kommunen – darunter die sogenannten „Big-Five-Logistikstandorte“ Hamburg, Berlin, Düsseldorf, München und Frankfurt, aber auch Dörfer und Kleinstädte – zur Beurteilung vor. Zusätzlich wurden 175 kommunale Entscheider interviewt. Durch die gewählte Methodik, so Kantar TNS, sei es erstmals möglich gewesen, aufgrund einer validen Stichprobengröße die Bedürfnisse der Menschen nach einer lebenswerten Stadt zu berücksichtigen.


Same-Hour-Delivery - bei den Befragten kein Thema

Die von Gesetzgebern und Kommunen postulierte Eile, den urbanen Logistikverkehr mit neuen Verkehrskonzepten grundlegend emissionsfrei zu stellen, ist den befragten Bürgern zurzeit nicht präsent. Generell ist die Zufriedenheit mit der existierenden Lieferlogistik recht hoch, selbst in hochurbanen Gegenden. 42 bis 50 Prozent der Bürger halten sie für sehr gut bis ausgezeichnet. In Großstädten fordern mehr als drei Viertel der Befragten (78 Prozent) mehr unbürokratischere Experimente für neue Zustellkonzepte oder das Testen autonomer Fahrzeuge (Zustimmung über alle Städte: 68 Prozent). Der Synergiegedanke von Logistik und ÖPNV, das heißt die Kombination von Personen- und Warentransporten mittels öffentlicher Verkehrsmittel, erzielt bei den Bürgern aller Ortsgrößen eine hohe Akzeptanz.

 

Umweltqualität: Nur ein Drittel zufrieden - trotzdem kein Diesel-Verbot

Nur rund ein Drittel der Befragten halten die Umweltqualität in ihrer Kommune für „ausgezeichnet“ oder „sehr gut“. Trotzdem sind nur 28 Prozent der Befragten bereit, für eine nachhaltige Logistik ein Verbot von Verbrennungsmotoren in Innenstädten und Wohnungsgebieten in Kauf nehmen; oder anders formuliert: 72 Prozent lehnen kategorische Seite 3 von 4 Volkswagen Nutzfahrzeuge Fahrverbote als Gegenmaßnahme ab. Noch größer ist mit 82 Prozent die Ablehnung von Fahrverboten, die ausschließlich den Individualverkehr beeinträchtigen und von denen der Wirtschaftsverkehr ausgenommen wird.

 

Elektroantriebe nur Teillösung - kommunaler Lieferdienst favorisiert

Viele Befragte versprechen sich von Zero-Emission-Antrieben sowie von alternativen Transportmitteln nur Teillösungen von Verkehrsproblemen. Sie sind sich bewusst, dass übergreifend ganzheitliche Logistikkonzepte gefragt sind, um die Versorgung urbaner Lebensräume mit gewohnt hoher Lebensqualität zu gewährleisten. Die Idee eines Gemeinschaftspaketdiensts ist in der Bevölkerung akzeptierter und wird als weniger radikal empfunden als zum Beispiel Fahrverbote. Das Szenario Logistik-Kooperative  ist die bevorzugte Lösung. Es liegt in der Bevölkerung leicht, bei Kommunalentscheidern deutlich vorn. "Drei Gründe sind ausschlaggebend: Das Szenario ist liberal, setzt auf ökonomische Anreize statt auf Zwang. Es betont die Bedeutung der Gemeinschaft bei der Problemlösung, und es ist im positiven Sinne am wenigsten Zukunftsmusik, sondern erscheint als Weg, der hier und heute mit bestehenden Ressourcen bereits eingeschlagen werden kann", begründen die Autoren den Befund.




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