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Test & Technik

Elektromobilität: UPS will eigenes E-Zustellfahrzeug bauen

Mit dem US-Spezialisten Workhorse entstand ein großer KEP-Transporter, von dem 50 Fahrzeuge zeitnah in den Feldtest gehen sollen. Ab 2019 ist eine größere Stückzahl geplant, zu Kosten konventioneller Modelle.

Der US-Paketdienstleister UPS hat angekündigt, in den Bau von eigenen Elektro-Transportern einzusteigen. Gemeinsam mit dem US-Spezialisten Workhorse, 2007 als AMP Electric Vehicles gegründet, soll ein großes Zustellfahrzeug im Sprinter- oder Daily-Format entstehen. Die Firma baut bereits einen elektrisch angetriebenen Pickup, hat für den Truckhersteller Navistar einen Food Delivery Van entwickelt und ist auch im Bereich Liefer-Drohnen in Kombination mit Lieferfahrzeugen als Landeplattform aktiv. Darüber hinaus realiserte der Hersteller schon jetzt unter anderem für UPS ein elektrisch angetriebenes Hybrid-Lieferfahrzeug mit BMW-Benzinmotor als Range-Extender, Panasonic-Batteriesatz und einem Aufbau vom US-Karosseriebauer Morgen Olson. Außerdem ist mit dem Modell N-Gen bereits ein vollelektrisches Lieferfahrzeug mit 160 Kilometer Reichweite umgesetzt, das die technische Basis für das UPS-Modell bilden dürfte. Der Transporter verfügt über einen Allradantrieb, Notbremssystem und Spurassistent sowie ein integriertes Telematiksystem und einen nach Angaben des Herstellers sehr niedrigen Ladeboden. Optional gibt es einen Range-Extender sowie ein Lieferdrohnen-Package.

 

Das nun mit UPS angekündigte Lieferfahrzeug der US-Lkw-Klasse 5 soll zusammen mit Workhorse von Grund auf neu entwickelt worden sein. Es werde in den Anschaffungskosten nicht über einem konventionellen Transporter liegen und die Entwicklung will man ohne staatliche Subventionen stemmen, reklamierte der Paketdienstleister. Zudem soll die Energieeffizienz um 400 Prozent höher liegen als bei konventionell angetriebenen Modellen. Man erwartet ebenso deutlich reduzierte Wartungs- und Servicekosten, ohne schon genauere Zahlen zu nennen. Nach dem Willen der Kooperationspartner soll es über eine Reichweite von 160 Kilometern (100 Meilen) verfügen, was in der Lieferpraxis nach dem Dafürhalten von UPS genüge. Die Batterien sollen über Nacht geladen werden.

 

Frontlenker-Design für bessere Raumeffizienz

Außerdem setzt man auf ein sogenanntes "Cab-Forward"-, also Frontlenkerdesign, das die Raumeffizienz verbessern und das Gewicht senken soll. Das Fahrzeug sei bereits das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit in den letzten vier Jahren, in denen man die Technik verfeinert habe und bereits tausende von Sendungen zugestellt hätte, erklärte Steve Burns, CEO der Workhorse Group. Man wolle damit Hürden wie die hohen Kosten auf dem Weg zu größeren Stückzahlen beseitigen und es Anbietern wie UPS ermöglichen, im großen Stil in die Elektromobilität einzusteigen.

 

Im ersten Schritt will man eine Tranche von 50 Fahrzeugen in den Feldtest unter anderem in Atlanta, Dallas und Los Angeles bringen. Carlton Rose, President, Global Fleet Maintenance and Engineering bei UPS erklärte, die Technologie für Elektrofahrzeuge einschließlich Batterien, Ladeinfrastruktur und intelligenter Stromnetze entwickle sich derzeit rasant, sodass man eigene Fahrzeuge spezifizieren könne, die Emissionen und Lärm sowie die Abhängigkeit von Diesel und Benzin reduzierten. Künftig sollen elektrisch angetriebene Fahrzeuge Standard werden, wo es sich anbietet, verkündete der Anbieter weiter.

 

Erst vor kurzem hatte UPS bekannt gegeben, bei Tesla 125 der für 2019 avisierten vollelektrischen Sattelzugmaschinen Semi Truck erwerben zu wollen. Zudem plant man, als erster US-Dienstleister drei Leicht-Lkw vom Typ Fuso eCanter in die Flotte zu übernehmen. In Deutschland ist UPS bisher Auftraggeber für elektrische Umrüstungen ausrangierter Zustellfahrzeuge beim schwäbischen Spezialisten EFA-S, seit kurzem in Hand eines chinesischen Investors. Außerdem erprobt der Anbieter einen wasserstoffbetriebenen Lieferwagen und eigene elektrisch unterstützte Lastenräder in der Last-Mile-Logistik. Insgesamt setze man weltweit 9.000 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb in einer Art "mobilen Labor" ein, erklärte der Paketdienstleister.

 

 




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