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Test & Technik

City-Logistik: Daimler schickt eActros in erste Kundentests

Erste Praxiserprobungen mit dem bereits seit 2016 angekündigten Elektro-Verteiler sollen einer Serienfertigung voraus gehen. Die startet allerdings nicht vor 2021.

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Wie Anfang Februar angekündigt, hat Daimler jetzt erste Prototypen-Modelle des eActros vorgestellt, die noch in diesem Jahr zu namhaften Kunden in den Feldtest gehen sollen. Zehn Fahrzeuge in zwei Varianten mit 18 beziehungsweise 25 Tonnen Gesamtgewicht rollen in den nächsten Wochen an Kunden, die ihn auf seine Alltagtauglichkeit hin testen sollen. Dazu gehören in Deutschland Dachser, Edeka, Hermes, Kraftverkehr Nagel, Ludwig Meyer, pfenning logistics, TBS Rhein-Neckar und Rigterink, in der Schweiz testen Camion Transport und Migros den E-Truck in der Praxis.  Die Erprobung solle vor allem zeigen, wie alltagstauglich und wirtschaftlich sich die e-Lkw unter realen Bedingungen erweisen. Das eigentliche Konzeptfahrzeug hatte Daimler als "Urban eTruck" bereits auf der IAA Nutzfahrzeuge 2016 vorgestellt. Die Resonanz darauf sei sehr gut gewesen, erklärt der Hersteller. Alleine aus Deutschland habe es 150 Anfragen gegeben. Seither habe ein interdisziplinäres Team das Fahrzeug konzipiert, das nun in geringer Stückzahl erprobt wird. Im Gegensatz zum Konzepttruck, so die Ankündigung, bekomme die Innovationsflotte eine Zulassung für den normalen Straßenverkehr. Sie könne also ohne jede Einschränkung eingesetzt werden, versichert Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw.

 

„Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir unseren Mercedes-Benz eActros nun zügig so entwickeln, dass er dem harten Betriebsalltag entspricht – technisch und wirtschaftlich“, erläutert Martin Daum, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Trucks & Buses. „Mit dem Mercedes-Benz eActros geben wir jetzt eine schweren Elektro-Lkw als Zwei- und Dreiachser in Kundenhand“, ergänzt Buchner. „Wir haben ein Fahrzeug entwickelt, das komplett auf Elektromobilität ausgelegt ist“, beschreibt Buchner weiter. „Unser Ziel ist, die Serien- und Marktreife wirtschaftlich konkurrenzfähiger Elektro-Lkw für den innerstädtischen schweren Verteilerverkehr ab 2021 realisieren zu können.“

 

Schnellladesystem nach CCS-Standard

Technisch sei im Vergleich zum Prototypen viel passiert. Insgesamt elf Batteriepakete sichern die Stromversorgung. Die Kapazität gibt Buchner mit 240 Kilowattstunden an. Bis zu 200 Kilometer weit soll der eActros damit kommen. Drei befinden sich im Bereich des Rahmens, die anderen acht unterhalb. Zur Sicherheit sind die Batteriepakete von Stahlgehäusen geschützt. Im Fall eines Aufpralls geben die Halterungen nach, verformen sich und leiten so die Energie an den Batterien vorbei ohne sie zu beschädigen. Leere Batterien ließen sich bei einer realistischen Stationsleistung von mobilen Ladegeräten im Fuhrpark von 20 bis 80 kW innerhalb von drei bis elf Stunden vollständig aufladen, präzisiert der Hersteller. Ladestandard ist das Schnellladesystem Combined Charging System CCS.  Die Hochvolt-Batterien speisen nicht nur den Antrieb, sondern das komplette Fahrzeug mit Energie. So werden Nebenaggregate wie der Druckluftkompressor der Bremsanlage, die Lenkhelfpumpe für die Servo-Unterstützung der Lenkung, der Kompressor der Fahrerhaus-Klimaanlage und ggf. der Kühlaufbau ebenfalls elektrisch betrieben.


Entwicklung zur Serienreife und Wirtschaftlichkeit bis 2021

Bei der Entwicklung nutzte der Hersteller dem Vernehmen nach auch die Synergien mit der eigenen Bus-Sparte. Die Antriebsachse des eActros basiert auf einer ZF AVE 130. Als Niederflur-Portalachse hat Daimler mit ihr bereits Erfahrungen in Hybrid- und Brennstoffzellenbussen gesammelt. Der Achskörper ist neu konzipiert und liegt höher, was die Bodenfreiheit auf mehr als 200 mm vergrößert. Der Antrieb erfolgt dabei über zwei Elektromotoren nahe den Radnaben der Hinterachse. Diese Dreiphasen-Asynchronmotoren sind flüssigkeitsgekühlt und arbeiten mit einer Nennspannung von 400 Volt. Ihre Leistung beläuft sich auf jeweils 125 kW, das maximale Drehmoment auf jeweils 485 Nm. Nach der Übersetzung werden daraus jeweils 11 000 Nm. Die Fahrleistung soll damit der eines Diesel-Lkw ebenbürtig sein.

 

Im Anschluss an die erste Einsatzrunde, will der Hersteller die eActros-Flotte an eine zweite Kundengruppe weitergeben, die das Fahrzeug ebenfalls für ein Jahr nutzen sollen. „Insgesamt läuft die Kundenerprobung also mindestens 24 Monate“, so Buchner. Die Aufbauten des Elektro-Lkw liefert Schmitz Cargobull. Kunden erhalten Kühlkoffer für den Transport von Frischwaren einen Trockenkoffer, Planenauflieger sowie ein Silo- Fahrzeug für den Transport von Schüttgut. (ha/jr)




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