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Test & Technik

Transporter: Neuer Sprinter - digital top, beim Diesel Durchschnitt

Der neue Van setzt Marken mit jüngster Kommunikations- und Assistenztechnologie. Beim Antrieb bleibt man aber beim alten Aggregat, bis ein neuer Diesel und die Elektro-Variante kommt.

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Daimler hat die Neuauflage des Mercedes-Benz Sprinter im Rahmen einer Veranstaltung auf der Mercator-Insel in Duisburg vorgestellt. Der neue Sprinter bietet fünf Radstände, drei Höhen, dazu mit einen formal fast nicht angetasteten Laderaum von 7,8 bis 17 Kubikmeter Volumen. Damit sollen Kunden etwaige Ausbauten auch im neuen Modell verwenden können. Neu, aber nach dem Vorpreschen von VW nicht überraschend ist die Einführung einer Frontantriebsvariane mit niedrigerem Zustieg (minus 8 cm), mehr Volumen (plus 0,5 m³) und Nutzlast (plus 50 kg). Sie deckt in zwei Radständen Tonnagen von 3,0 bis 4,1 Tonnen ab, ist in der Anhängelast aber auf 2,0 Tonnen beschränkt. Der Hecktriebler mit 3,0 bis 5,5 Tonnen Solo-Gewicht soll immerhin 15 Kilo leichter geworden sein. Neu im Programm ist auch ein Triebkopf, der das boomende Segment der Reisemobile bedienen soll. Das Leergewicht des Sprinter startet bei 1.990 Kilo, der Preis passend bei 19.990 Euro. Wahlweise gibt es für die 3,5- und 4,0-Tonner jetzt ab Werk eine Luftfederung mit Niveauregulierung.

 

Motorisch bleibt zum Start fast alles beim alten. So fährt der Hersteller wider Erwarten statt des neuen OM 654 aus den Pkw-Modellen der Marke weiter den nochmals reibungsoptimierten OM 651 mit 2,15-Liter-Motor OM 651 nach Euro 6/VI-Standard auf, in Leistungsstufen zu 114, 143 und 163 bzw. beim Fronttriebler als Reisemobil 177 PS. Darüber rangiert weiter der 3,0-Liter-Sechszylinder-CDI. Das neue Aggregat, das dann die strengere Euro-6dTemp-Norm erfüllt, soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeschoben werden. Ein „Elektro-Sprinter“ folgt 2019 mit der Antriebs- und Akku-Techik aus dem bereits vorgestellten eVito, auf Basis der Frontantriebsversion. Getriebeseitig gibt es für den Frontantrieb ein neues Sechsgang-Handschaltgetriebe sowie erstmals eine 9-Gang-Wandlerautomatik 9GTronic. Die bekannte 7GTronic-Wandlerautomatik tut wiederum im Hecktriebler weiter und neuerdings auch im Allradmodell Dienst.

 

Wahlweise LED-Licht, 360-Grad-Kamera und Spurrassistent

Dazu kombiniert Daimler ein behutsam modernisierendes Design, das den Sprinter sofort als solchen erkennbar macht. Mit der verbreiterten Spur steht er optisch allerdings satter auf der Straße und wirkt stimmiger. Die auffälligste Änderung findet sich in der Frontpartie in Form der schlank gestalteten, mandelförmigen Scheinwerfer, die es wahlweise mit LED-Tagfahrlicht und Voll-LED gibt. Worauf man praktisch Wert legte war, in der Frontpartie eine breite Stufe beizubehalten, die den Aufstieg zur Windschutzscheibe erleichtert. Unten in der fließend gestalteten Frontschürze sitzt der Radar für den Abstandstempomaten, der bis zum Stillstand verzögert, sowie eine von vier Kameras, die zusammen einen 360-Grad-Rundblick auf das Fahrzeug im Cockpit ergeben sollen. Dazu tragen auch die dezent integrierten Kameralinsen in den kompakteren Spiegeln bei. Diese sind ebenso aerodynamisch verbessert worden wie die gesamte Karosserie. Zudem haben die Designer auf die üblichen Anschlagmagnete der 270-Grad-Öffnung verzichtet, die Türen sollen auch ohne diese fest einrasten. Der jetzt erweitere Spurassistent korrigiert über die Bremse, nicht etwa per Lenkeingriff, falls der Fahrer von der erkannten Spur abweicht. Auf einen Eingriff in die Lenkung, wie sie der VW Crafter vornimmt, verzichtet Daimler, laut einem Entwickler aus Sicherheitsgründen.

 

Assistenz: Telematik und Konnektivität ab Werk

Der Hersteller hat generell viel an Details gearbeitet. So stehen etwa die Wischer aufrecht und wirken so nicht nur aufgeräumter, sondern sind auch weniger schmutzanfällig. Auch die vorderen Wischer sollen durch Wasserauftrag direkt vor die Blätter effektiver reinigen. Im Interieur gibt es neue, deutlich bequemere Sitze, den Fahrerplatz wahlweise als Schwingsitz mit AGR-Siegel. Die größte Innovation stellt aber das Arsenal an Assistenten von der erwähnten 360-Grad-Kameraperspektive bis hin zur Telematikanbindung über das Mercedes-Benz Pro Connect System dar.

 

Die beiden teureren der vier zur Wahl stehenden Cockpits verfügen über HD-Screens in 10,3“ und 7“. Damit einher geht auch das hochwertigere Bedienmodul für Klima- und Lüftung mit Metallwippen. Der Sprinter darf sich zudem mit dem neuen, sprachgesteuerten Multimediasystem "MBUX" aus dem Konzernbaukasten bedienen. Das Farbdisplay im zentralen Instrumentencluster liefert allerdings auch schon alle wichtigen Informationen zum Fahrzeug, dem Fahrstil, Navigation oder Wartung und Service. Das Wartungsintervall liegt übrigens mit anwendungsabhängig bis zu 60.000 km auf dem hohen Niveau des Vorgängers. Exakt ablesen kann man im Display etwa auch Angaben zum AdBlue-Stand. Das auf 22 Liter vergrößerte Reservoir haben die Entwickler nach langem Abwägen wieder im Motorraum platziert, jetzt ist es allerdings besser erreichbar. Ein erstmals im Sprinter verfügbarer Aufmerksamkeitsassistent analysiert die Fahrweise mittels zahlreicher Paramenter und rät gegebenenfalls zur Pause.

 

Erster Eindruck: Gute Mischung aus Klassik und Moderne

Grundsätzlich hinterlässt der neue Sprinter bei der ersten Begegnung einen hochwertigen Eindruck, Materialauwahl, Kunststoffe und Verarbeitung wirken ansehnlich und bereits im Prototypen fugenfrei verarbeitet. Insgesamt gelingt dem erneuerten Sprinter damit eine gute Kombination von Klassik und Moderne. Ein komplett neuer Antriebsstrang und die Elektrovariante lassen allerdings noch auf sich warten. Noch ein Aspekt: Erdgas als Alternative ist für Daimler auch bei den Vans überhaupt kein Thema mehr.

 

Mehr zum neuen Sprinter lesen Sie in der nächsten Ausgabe von LOGISTRA.

 

 

 




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