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City-Logistik: Kaufland gibt Lebensmittelbelieferung wieder auf

Händler stellt E-Commerce-Projekt nach der Pilotphase in Berlin wieder ein. Der Lieferdienst lasse sich auf Dauer nicht kostendeckend betreiben, so die Begründung.

Das Neckarsulmer Handelsunternehmen Kaufland hat am 8. Dezember den Mitarbeitern und Kunden seines Lebensmittel-Lieferservices in Berlin mitgeteilt, dass das Angebot mit dem Ende der Pilotphase zum 23. Dezember 2017 eingestellt wird. Kaufland hatte den Service im Oktober 2016 als lokalen Testbetrieb gestartet und ist nun zu dem Schluss gekommen, dass sich ein Lieferservice im Lebensmittelbereich auf Sicht nicht kostendeckend betreiben lasse. „Wir bedauern sehr, dass wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin keine langfristige Perspektive bieten können und bedanken uns für ihren hervorragenden Einsatz in den vergangenen Monaten“, sagte Patrick Kaudewitz, Kaufland-Vorstandsvorsitzender. Für die rund 300 Mitarbeiter in Berlin, die vor allem in den Bereichen Logistik und Auslieferung tätig sind, werden laut dem Handelsunternehmen „sozialverträgliche Lösungen geschaffen“. Rund 80 Mitarbeitern in der Unternehmenszentrale am Standort Heilbronn, die mit dem Lieferservice befasst seien, werde eine Beschäftigung in anderen Funktionen innerhalb der Unternehmensgruppe angeboten, so Kaufland in einer Pressemitteilung.


Höhere Preise sollen keine Option sein

Die Erfahrungen hinsichtlich der Betriebsabläufe und das Kundenfeedback während der Pilotphase bezeichnete der Händler als positiv. „Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass wir auch bei der Lieferung von Lebensmitteln viele Kunden mit den Leistungen von Kaufland überzeugen konnten“, sagte Kaufland-Vorstandschef Kaudewitz. „Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit, die Preis- und die Marktentwicklung sehen wir allerdings, dass sich ein Lieferservice im Lebensmittelbereich auf Sicht nicht kostendeckend betreiben lässt. Auch im Internet sollen sich die Kunden auf unser Preisversprechen verlassen können. Höhere Preise bei der Lieferung von Lebensmitteln sind für uns keine Option.“


Fokus auf stationäres Geschäft

Die Planungen zur Ausweitung des Dienstes auf weitere Städte werden, wie Kaufland weiter mitteilte, nicht fortgeführt. Nach dem Ende der Pilotphase möchte Kaufland sich eigenen Angaben zufolge „zunächst verstärkt auf digitale Innovationspotenziale im stationären Geschäft, von denen das Unternehmen und seine Kunden in der Breite stärker profitieren“ konzentrieren. Im Oktober 2017 hatte Kaufland den Start seines Lieferservices in Hamburg verschoben, ohne einen neuen Starttermin zu nennen. Damals hatte eine Unternehmenssprecherin gegenüber der LOGISTRA-Schwesterzeitschrift LOGISTIK HEUTE mitgeteilt, dass dieser Schritt Kaufland die Möglichkeit gebe, „die Effizienz unseres Lieferservices in Berlin weiter zu optimieren“. Kaufland mit Sitz in Neckarsulm (Baden-Württemberg) betreibt bundesweit mehr als 650 Filialen und beschäftigt dort mehr als 78.000 Mitarbeiter. Außerhalb von Deutschland sind weitere 50.000 Mitarbeiter in Filialnetzen in Tschechien, Polen, Kroatien, Bulgarien, der Slowakei und Rumänien für das Handelsunternehmen tätig. (mp)




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