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Abgasemissionen: VW-Chef Müller stellt Diesel-Privileg infrage

VW-Vorstand bringt Abbau der Steuervorteile zugunsten der E-Mobilität ins Spiel. Plädoyer für "klug gemachte" Blaue Plakette, aber gegen Fahrverbote. VW-Nachhaltigkeitsrat Georg Kell zweifelt am Sinn der Lobbyarbeit über einen Verband.

VW-Konzernvorstand Matthias Müller hat in einem Interview mit dem Handelsblatt den Abbau der Steuerprivilegien für den Diesel ins Spiel gebracht und damit einen technologischen Paradigmenwechsel eingeläutet. In dem Doppelgespräch der Zeitung mit Müller und dem VW-Nachhaltigkeitsrat Georg Kell erklärte der VW-Chef, er sei "mittlerweile überzeugt, dass wir Sinn und Zweck der Dieselsubventionen hinterfragen sollten". Wenn der Umstieg auf umweltschonende E-Autos gelingen solle, könne der Verbrennungsmotor Diesel nicht auf alle Zeiten weiter wie bisher subventioniert werden, postulierte der Auto-Boss. Er schlug eine schrittweise Umschichtung der Steuererleichterungen vor. "Das Geld könnte sinnvoller in die Förderung umweltschonender Antriebstechniken investiert werden", so Müllers Idee. Abstriche bei den Diesel-Subventionen, dafür Anreize für Elektroautos, wären aus seiner Sicht das richtige Signal. "Das würden wir aushalten, ohne gleich Existenzängste haben zu müssen", gab sich der VW-Manager zuversichtlich.

 

In Übereinstimmung mit der Äußerung des Nachhaltigkeitsrats Kell hält Müller ein konkretes Ausstiegsdatum aus dem Verbrennungsmotor für unnötig. Der Wandel werde sich beschleunigen, wenn man die richtigen Produkte auf den Markt bringt und die passenden Anreizsysteme schafft, zeigte sich Kell überzeugt. Er forderte zugleich eine bessere Zusammenarbeit mit der Politik, auch auf EU-Ebene. "Der klassische Lobbyismus über einen Industrieverband hat ausgedient", erklärte Kell. Damit lasse sich nur ein "Minimalkonsens" herstellen, wichtige Veränderungen kämen durch eine solche Organisation entweder nur zögerlich voran oder würden verschleppt, legte der VW-Nachhaltigkeitsrat nach.

 

Blaue Plakette ja, Fahrverbote nein

Außerdem verlieh der oberste Nachhaltigkeitsbeauftragte des Konzerns seiner Überzeugung Ausdruck, dass in den kommenden Jahren ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen eingeführt werden müsse. Auch Müller gab sich vernünftig: "Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auch in Deutschland irgendwann kommt. Wobei das de facto vielfach ja schon der Fall ist", erklärte der Manager. Gleichzeitig erteilte er einem generellen Fahrverbot für Diesel-Pkw in den Städten eine Absage. Politik und Automobilhersteller müssten alles unternehmen, um diese zu verhindern. Er befürchtet ansonsten gravierende Folgen für den Standort Deutschland. Müller plädierte stattdessen für die Einführung einer blauen Umwelt-Plakette, schränkte aber ein: "Eine Plakette nur für Euro-6-Fahrzeuge wäre falsch. Denn es gibt Euro-5-Autos von Volkswagen, die sind sauberer als Euro-6-Modelle von Wettbewerbern", so Müller wörtlich. Die Vergabe der blauen Plakette solle also an einen bestimmten Stickoxid-Grenzwert gebunden werden. Nur wer darunter liege, dürfe dann auch künftig in Städte fahren, skizzierte er.




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