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Elektromobilität: BMW Logistik stockt E-Lkw-Flotte weiter auf

Mit den Logistikern Scherm und Altmann ARS forciert der Autohersteller auch in seiner Werkslogistik die E-Mobilität. Dabei kommt ein weiterer Terberg-Schlepper sowie ein Framo-Sattelzug für Autotransporte zum Einsatz.

Die Logistikdienstleister der BMW Group forcieren mit Unterstützung des Autoherstellers weiter die Elektromobilität in der Werkslogistik. Mittlerweile hat die BMW Group in ihren Werken bereits mehrere Elektro-Lkw-Züge laufen, darunter auch in Landshut und Leipzig. Jetzt stockte man am Stammsitz München wieder auf und machte aus einem drei vollelektrisch betriebene Lkw-Züge. Die Scherm Gruppe, die bereits seit Juli 2015 einen Elektro-Lkw für BMW laufen hat, nahm einen weiteren Elektro-Lkw dazu. Diesmal allerdings von Framo der einen MAN TGX zur Basis hat, während der erste Lkw auf einem Terminalschlepper von Terberg basiert. Auf Nachfrage zeigte sich Firmeninhaber Kurt Scherm sehr zufrieden mit der Zuverlässigkeit und selbst an strengen Wintertagen sei die Reichweite nicht dramatisch eingebrochen. Auf der täglich acht Mal befahrenen Route zwischen dem rund vier Kilometer entfernten Scherm-Logistikzentrum und dem BMW-Werk München soll der Zug bisher rund 48 Tonnen CO2 eingespart haben.

 

Scherm: Von Terberg auf Framo - für mehr Tempo

Der Grund für den Wechsel des Zugmaschinenherstellers ist laut Scherm die größere Entfernung des zweiten Zuges, der vom Stammwerk in das zwölf Kilometer entfernte Versorgungszentrum in Karlsfeld pendelt, was einen höheren Landstraßenanteil bedingt: Der Framo schafft dort 64 km/h Höchsttempo, wo es der Terberg-Zug bei rund 45 km/h beließ. Dem Logistikdienstleister ARS Altmann scheint das aber sogar für die 15 Kilometer nach Garching zu genügen, die ebenfalls einen hohen Überland-Anteil aufweist. Doch die Strecke enthält sehr viele Ampeln, die für Lkw noch dazu ungünstig geschaltet sind. So dass sich Geschäftsführer Maximilian Altmann für den Terberg entschied. Auf einem 15 Kilometer langen Rundlauf liefert der Sattelzug zum einen Neufahrzeuge aus Garching für die Kundenauslieferung in die BMW Welt. Zum anderen transportiert er auf seinem Rückweg kurz zuvor vom Band gelaufene Fahrzeuge aus dem Stammwerk nach Garching. Von dort aus erfolgt die europaweite Distribution der Autos. Dabei nutzt Altmann wie bei seinen Eisenbahnzügen einen speziellen geschlossenen Autotransportsattel des italienischen Herstellers Rolfo.


Klimaneutral im Betrieb: Getankt wird Ökostrom

Je nach Zugmaschine nimmt das Aufladen der Lkw-Batterie drei bis vier Stunden in Anspruch. Durch die Verwendung von Strom aus regenerativen Quellen sollen die 40-Tonner CO2-frei, leise und nahezu ohne Feinstaubbelastung unterwegs sein. Voll geladen haben die Terberg-E-Lkw eine Reichweite von jeweils bis zu 160 Kilometern, der Framo ist auf bis zu 182 Kilometer ausgelegt. Geplant sind aber auch „Zwischenladungen“ in den Werken: Denn der Autotransportanhänger von Altmann benötigt je rund 1,5 Stunden für ein komplettes Be- und Entladen der Pkw. Zeit genug, um Strom zu tanken. Etwas schneller geht das löschen und laden der Gitterboxen auf dem Scherm-Zug, der so je nach Auftrag je 30 bis 40 Minuten Zwischenladezeit gewänne. Schlaue Logstikkonzepte vorausgesetzt, kann man die Reichweitenproblematik damit ad acta legen.


Logistik mit Gewicht: So viel CO2-Ausstoß wie in Produktion

Jürgen Maidl, Leiter Logistik und Produktionsnetzwerk BMW Group, unterstrich die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Logistik: „Mit der Erweiterung der E-Lkw- Flotte setzen wir die Nachhaltigkeitsziele der BMW Group direkt auf Schiene und Straße um. An den drei Standorten München, Landshut und Leipzig werden in Summe sieben E-Lkw in der Logistik betrieben.“ Um einen Hintergrund zum Gesamtumschlag zu haben, nannte Jürgen Maidlfolgende Zahlen: Aktuell laufen im BMW Werk München bis zu 1.000 Autos pro Tag vom Band, während 5,5 Millionen Teile angeliefert werden. Das bedeutet täglich insgesamt 1000 Lkw-Ladungen. Im Jahr 2016 fertigte das Werk insgesamt 216.761 Fahrzeuge und 560.492 Benzinmotoren von drei bis 12 Zylindern. Weltweit schlägt die BMW Group rund 30 Millionen Teile und etwa 9000 Fahrzeuge am Tag um.

 

Die Bedeutung der Logistik kann man aber auch an einer weiteren Zahl ermessen, die Jürgen Maidl laut Süddeutscher Zeitung zu Protokoll gab: Der CO2-Ausstoß in der Logistik sei genauso hoch wie in der gesamten Produktion in München. Sollten Diesel-Fahrverbote in München kommen, könne man den direkt in der Stadt gelegenen Standort nur mit E-Logistik halten, prophezeiht der Betriebsratsvorsitzende Manfred Schoch, der über die Umweltargumente hinaus natürlich auch den Beschäftigungsaspekt im Blick hat. (gs/jr)

 


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