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Automatisierung: Toyota FTS entsorgt Müll im Arvato-Lager

Im Distributionszentrum Landsberg übernimmt ein fahrerloses Transportsystem die Müllentsorgung. Im nächsten Schritt sollen Wareneingang sowie die Hochregalanlagen automatisiert werden.

Die Bertelsmann-Tochter Arvato SCM Solutions hat ein Pilotprojekt zur Automatisierung seiner Standorte gestartet: Seit Anfang Oktober übernimmt ein fahrerloses Transportsystem die Müllentsorgung im Distributionszentrum Landsberg in Sachsen-Anhalt. Dabei handelt es sich um vier selbstfahrende Fahrzeuge von Toyota Material Handling, die sich per Lasertechnologie und nach einem systemisch hinterlegten Raumplan frei im Raum bewegen können. In dem 50.000 Quadratmeter großen Logistikzentrum erbringt der Dienstleister umfangreiche Arbeiten für Kunden aus der Konsumgüterindustrie. Pro Tag fallen zwischen acht und zehn Tonnen Folie und Pappe an, was dem Volumen von rund 250 Großmüllbehältern entspricht. Um diese der fachgerechten Entsorgung zuzuführen, mussten die Mitarbeiter bislang jeden Tag rund 15,5 Kilometer zurücklegen.

 

Diese Aufgabe wird jetzt von den vier fahrerlosen Transportfahrzeugen übernommen, die Toyota Material Handling entwickelt hat. Sie navigieren per Lasertechnologie und nach einem systemisch hinterlegten Raumplan. Dafür hat wurde der Standort im Vorfeld mit zylindrischen Reflektoren ausgestattet, die an den Wänden, Regalen und Säulen entlang der Transportwege installiert wurden. Sie dienen als Navigationspunkte und werden von einem Laserscanner am Fahrzeug erkannt. Dadurch könne das Autopilot-System bis auf einen Millimeter genau navigiert werden, skizziert der Anbieter.

 

Standardisierung: Müllcontainer auf Euro-Paletten

Damit die Müllcontainer von den selbstfahrenden Staplern aufgenommen werden können, wurden sie auf eine Europalette gebaut. Sobald ein Müllbehälter gefüllt ist, fordert der Mitarbeiter über einen Button ein Fahrzeug an. Dies fährt dann zu dem Stellplatz, nimmt die Europalette mit dem Container auf und transportiert sie zu dem vorbestimmten Lagerplatz. Dabei orientiert sich das Fahrzeug an Bodenmarkierungen und nutzt sogar den vorhandenen Palettenaufzug, um die Ladungsträger ins Erdgeschoss zu transportieren. Dort wird der Container von einem anderen Fahrzeug angenommen und via Autopilot zur Entsorgungsstation und der für die Abfallart vorgesehenen Hub-Kippvorrichtung gebracht.

 

Der Betrieb der Fahrzeuge und die Systemsoftware werden von einem speziell geschulten Mitarbeiter am Rechner über eine graphische Benutzeroberfläche kontrolliert. Sie gebe nicht nur in Echtzeit Auskunft darüber, ob das Fahrzeug be- oder entladen ist, sondern zeige auch eventuelle Blockaden auf. Ist ein Weg versperrt, gibt das Fahrzeug zudem ein akustisches Signal, damit das Hindernis manuell entfernt wird und der Transport weitergehen kann. Dank der leistungsfähigen und wartungsfreien Lithium-Ionen-Akkus sollen die Fahrzeuge 22 Stunden ohne Unterbrechung fahren können. Diese Spanne werde aber nicht voll ausgeschöpft, die Fahrzeuge fahren selbstständig an die Ladestationen, sobald alle Aufträge erledigt wurden, beschreibt der Dienstleister. Im Vergleich zu herkömmlichen Batteriesystemen beziffert man die Energieeinsparung auf bis zu 50 Prozent.


Kein Ersatz, sondern Unterstützung

„Das fahrerlose Transportsystem soll unsere Mitarbeiter nicht ersetzen, sondern unterstützen“, unterstreicht Jörg Schulze, Operations Director bei Arvato SCM Solutions. Dank der Automatisierung seien die Mitarbeiter imstande, sich "wertschöpfenderen Tätigkeiten" zu widmen. Im kommenden Jahr soll über das erste Pilotprojekt hinaus die Wareneingangsberäumung automatisiert werden, bevor die Ein- und Auslagerung der Hochregale mit rund 20.000 Stellplätzen folgt. Dafür sei allerdings die systematische Integration des Autopilot-Systems in das interne SAP-System notwendig. Das Distributionszentrum in Landsberg gelte als Vorreiter in diesem Bereich, erklärt Carsten Coesfeld, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Telecommunication. Man prüfe hier die Praktikabilität und halte eine Übertragung dieser Art der Automatisierung auch in anderen Standorten für denkbar.


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