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City-Logistik: Immobilienverband fordert dezentrale Konzepte

Der Immobilienverband ZIA mahnt passende urbane Konzepte für die City-Logistik an. Bisher werde zu großvolumig und zu dezentral geplant und zu wenig mit Fokus auf innerstädtische Bedingungen. ZIA sieht Diskriminierung: Lieferlärm wie Verkehrslärm beurteilen und dennoch Elektrifizierung vorantreiben.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) hat in einer öffentlichen Stellungnahme mehr Aufmerksamkeit für die innerstädtische Logistik in deutschen Städten und Gemeinden gefordert. Demnach sei die Bautätigkeit im logistischen Bereich angesichts der aktuellen Flächenknappheit zwar auf einem Rekordniveau, doch fehle es nach wie vor an passenden urbanen Konzepten, wie der ZIA aus einer kürzlich erschienenen Studie des Beratungsunternehmens Bulwiengesa zitiert (unsere Schwesterzeitschrift LOGISTIK HEUTE berichtete). „Bislang werden in den Metropolregionen kaum Flächen entwickelt, die sich für die Citylogistik eignen. Viele Logistikobjekte, die derzeit entstehen, sind nach wie vor großvolumig und dezentral. Innerstädtische Objekte sind häufig nicht für citylogistische Funktionen konzipiert“, erklärt Studienautor Andreas Schulten, Vorstand der Bulwiengesa AG. Selbst Objekte, die entsprechende Lage- und Größenkriterien erfüllen, seien häufig von Eigennutzern entwickelt worden und dementsprechend nicht auf die Lösung der letzten und allerletzten Meile ausgelegt.

 

Um die Herausforderungen der urbanen Logistik zu meistern, fordert der ZIA eine Gleichbehandlung von Verkehrs- und Gewerbelärm in den deutschen Städten. „Bislang wird Lieferlärm strenger bewertet als Verkehrslärm. Für Anwohner spielt es jedoch keine Rolle, ob ein Logistiker Waren anliefert oder ein Transporter einparkt“, erklärt Dr. Thomas Steinmüller, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Logistikimmobilien. „Diese Diskriminierung muss aufhören. Zudem müssen die Planungs- und Baubehörden endlich verstehen, dass innerstädtische Logistik in Zukunft eben nicht mehr hohe Lärmemissionen erzeugt, sondern vielmehr elektrifiziert und geräuscharm funktionieren wird.“ 

 

Als weiteres Problem sieht der ZIA eigenen Angaben zufolge die bestehenden Prozesse der Stadtentwicklung. „Moderne Citylogistik braucht neue Flächenkonzepte, die bislang stadtplanerisch gar nicht vorgesehen sind. Kreative und flexible Konzepte wie etwa Pop-up-Storages, Flex-HUBs oder Flex Space-Immobilien können die Citylogistik enorm erleichtern“, so Steinmüller. Um dieses Ziel zu erreichen sollen die Gemeinden nach Wünschen des ZIA zukünftig enger mit der Immobilienwirtschaft zusammenarbeiten und gemeinsame Konzepte entwickeln.

 

Ein komplettes Interview mit Dr. Thomas Steinmüller zur Zukunft der urbanen Logistik und zur Entwicklung kreativer Konzepte lesen Sie im Sonderheft „Logistikimmobilien & Standorte“ unserer Schwesterzeitschrift m LOGISTIK HEUTE, das am 22. September 2017 erschienen ist. (sln)


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