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Test & Technik

TÜV Report Nfz 2017: Weniger grobe Mängel, mehr Kleinkram

Deutsche Nutzfahrzeuge werden trotz kontinuierlich steigender Laufzeiten sicherer. Die schweren Lkw über 18 Tonnen schneiden im Test am besten ab. Außerdem ab Januar wieder Abgasmessungen am Endrohr, auch für leichte Nfz.

Der TÜV e.V. (VdTÜV) hat den TÜV Report Nutzfahrzeuge für 2016/17 vorgestellt. Die Ergebnisse des zum fünften Mal erscheinenden Werks belegen: Gegenüber dem letzten Untersuchungszeitraum bestehen mehr Fahrzeuge die Hauptuntersuchung ohne Mängel - jedoch gibt es auch eine größere Zahl, bei der geringe Mängel konstatiert wurden. In wesentlichen Aspekten werden Nutzfahrzeuge also tatsächlich sicherer. Andererseits ist festzustellen, dass aktuell zwölf von 100 Fahrzeugen, die seit drei Jahren im Einsatz sind, wegen erheblicher Mängel die HU nicht bestehen. Nach fünf Jahren sind es bereits 19 von 100 Fahrzeugen. Das sind weniger als im vorangegangenen Untersuchungszeitraum, aber grundsätzlich immer noch zu viele.

 

Die Ergebnisse der verschiedenen Gewichtsklassen weisen einige Differenzen auf: Am besten haben im TÜV Report ausgerechnet die schwersten Fahrzeuge mit den höchsten Belastungen abgeschnitten. Das liegt laut der Prüforganisation vor allem an der lückenlosen Wartung, auf die viele Betreiber in der Gewichtsklasse über 18 Tonnen größeren Wert legen. Die Beanstandungen an den Lenkgelenken der meist zwei Lenkachsen nehmen ab. Lediglich Mängel an der Blinkanlage bei den Drei- bis Vierjährigen machen Probleme. Ansonsten zeigen sich die Schwergewichte im Vergleich in im wahrsten Sinne besten Licht: Vor allem das Abblendlicht wird mit einer Mängelquote von 1,3 Prozent wesentlich seltener beanstandet als in den anderen Klassen. Lediglich Ölverlust bereitet bei den älteren Modellen nach fünf Jahren Sorgen. Erstmals gesondert betrachtet wurden die Ergebnisse der HU bei Anhängern und Sattelaufliegern ab 3,5 Tonnen. Hier zeigen sich die Leichteren bis zehn Tonnen allgemein in besserem Zustand.

 

Laut TÜV Report Nutzfahrzeuge sorgen hohe Laufleistungen bei den Leicht-Lkw zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen nach wie vor für Probleme. Besonders Antriebswellen und mangelnde Aufmerksamkeit der Halter oder Fahrer auf die Beleuchtung fallen hier auf. Beim Abblendlicht liegt die Mängelquote bei den Einjährigen bereits bei knapp drei Prozent. Aber auch hier gibt es Verbesserungen: 84,6 Prozent schaffen die TÜV-Hürde nach einem Jahr ohne Mängel, nach fünf Jahren sind es noch 60,8 Prozent. Grund dafür sind laut VdTÜV Qualitätsverbesserungen seitens der Hersteller. In der Klasse von 7,5 bis 18 Tonnen schaffen aktuell knapp 83,5 Prozent der Fahrzeuge auf Anhieb die Hauptuntersuchung nach dem ersten Jahr. Nach 5 Jahren und durchschnittlich 175.000 Kilometern sind es immerhin 64,6 Prozent. Hier gibt es bei den Auspuffanlagen Ärger, auffällig ist auch die Quote der Ölundichtigkeiten. Bereits nach einem Jahr sind 1,7 Prozent der Fahrzeuge feucht. Leichte Verbesserungen dagegen bei den Bremstrommeln und -scheiben, sie sind selbst nach fünf Jahren noch in beinahe 98 Prozent der Fälle in Ordnung.

 

Im Report bleiben für alle Gewichtsklassen Lenkung und Auspuff Problemfelder. Dabei besonders negativ in der Statistik die Heckbeleuchtung - hier herrscht Handlungsbedarf. Ebenfalls im TÜV Report vermerkt und von politischer Brisanz: Eigentlich bereits für Juli 2017 angekündigt, führt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Messung der Auspuffemissionen bei der AU für alle Fahrzeuge ab Erstzulassung 1. Januar 2006 wieder verpflichtend ein. Die neue Regelung tritt ab Januar 2018 in Kraft und betrifft knapp 40 Prozent aller AU-pflichtigen Pkw, Nfz und Krafträder. Bei allen anderen war die sogenannte Endrohrmessung schon vorher ein üblicher Pflichtbestandteil der Abgasuntersuchung. (jk)


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