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Test & Technik

IAA 2017: Bosch bringt Elektro-Achse für leichte Nutzfahrzeuge

Zulieferer setzt neben der Optimierung des Verbrenners auf die Elektrifzierung auch leichter Nutzfahrzeuge und erwartet einen Boom bei E-Scootern und E-Rikschas. Klimaschutzpotenzial durch synthetische Kraftstoffe.

Der schwäbische Technologie- und Zulieferkonzern Bosch erwartet eine Explosion bei der Zulassung von Light Electric Vehicles – 100 Millionen Exemplare bis 2020 weltweit - und setzt mithin auch auf Elektro-Rikschas und E-Scooter wie die Govecs Schwalbe mit erschwinglichen 48-Volt-Systemen. Das eigenentwickelte System aus Batterie, Elektromotor und Steuergerät, ergänzt durch Display, App und Ladegerät für Steckdosen sei für zwei, drei und vier Räder skalierbar, deutet Bosch-Chef Volkmar Denner an, womit er den Einsatz in leichteren Nutzfahrzeugen einschließt. Das Baukastensystem ermögliche Anbietern die Umsetzung von Fahrzeugkonzepten in zwölf bis 18 Monaten, was letztlich für alle Beteiligten, auch den Endkunden die Kosten senke, so Denner. Die "Light Electromobility" eignete sich ideal für die, wie Bosch sie bezeichnet, „Mobilitätspragmatiker“ in den urbanen Räumen, die einfach und emissionsarm von A nach B kommen wollen sowie für Leichttransporte.

 

E-Achse mit hohem Wirkungsgrad für leichte Nutzfahrzeuge

Für Pkw und leichtere Nutzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht hat der Konzern eine elektrisch angetriebene Achse vorgestellt, die einen hohen Wirkungsgrad von 94 Prozent bieten und in verschiedene Fahrzeugarchitekturen integrierbar sein soll. Die sogenannte "All in One"-Lösung lasse sich in der Leistung von 50 bis 300 kW (1.000 bis 6.000 Nm Drehmoment) skalieren und damit in zahlreiche Anwendungen implementieren. Sie könne sowohl an Front- als auch an Hinterachsen von Hybriden und Elektroautos verbaut werden. Mit 150 kW Leistung wiegt die Achse, die 2019 auf den Markt kommen soll, lediglich 150 Kilo. Erstmals habe man auch alle Komponenten in einem System integriert, inklusive Motor, Getriebe und der Leistungselektronik. Das spare Bauraum sowie Komponenten wie Kupferkabel und Kühlung, was letztlich die Kosten senke, so der Anbieter. Durch die Reduktion von Schnittstellen und Bauteilen wie Hochvoltkabel, Stecker und Kühlkomponenten habe man Effizienzverluste weiter minimiert. Gegenüber Wettbewerbsprodukten führen die Schwaben eine bessere Beschleunigung und Dauerleistung ins Feld.

 

StreetScooter&Co: Das Massengeschäft im Blick

„Wirtschaftlich kann die eAchse für Bosch zum großen Wurf werden“, erklärte Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. Der neu gedachte elektrische Antrieb ist ein zentraler Baustein, um im Massenmarkt ab 2020 weltweiter Marktführer bei Elektromobilität zu werden. Aktuell seien weltweit schon weit über 500.000 Elektroautos und Hybride mit Komponenten von Bosch unterwegs. Auch die derzeit für Furore sorgende Deutsche-Post-Tochter DHL setzt beim Lieferfahrzeug StreetScooter Work neuerdings auf einen Bosch-Antrieb.

 

Synfuels: Auch Verbrenner könnten klimaneutral sein

Allerdings mache die Elektro-Mobilität nur dann Sinn, wenn die Energie CO2-neutral produziert werde, mahnt Denner zur Besonnenheit in der aktuell hitzigen Debatte. Genau das könne man mit Synfuels, synthetischen Kraftstoffen, darstellen. Bosch sieht daher den Verbrenner noch lange nicht am Ende, auch wenn die Herstellung dieser Kraftstoffe derzeit noch teuer sei, bleibe großes Potenzial auf Basis der vorhandenen, weiter zu optimierenden Antriebstechnologie und der vorhandenen Infrastruktur. "Konsequent eingesetzt, könnten sie bis 2050 etwa 2,8 Gigatonnen Kohlendioxid ersparen – die dreifache Menge des gesamten deutschen CO2-Ausstoßes im Jahr 2016", schätzt Bosch-Chef Denner.


Nächste Stufe: Euro6d im Realbetrieb

Hier nimmt der Zulieferer derzeit die Abgasstufe Euro 6d in den Blick, derzeit liefen 300 Kundenprojekte bei Automobilherstellern, um die Abgasnorm auch in „real driving emissions“ (Realverkehr) umzusetzen. Zudem arbeite man an neuen Lösungen, um den Feinstaub zu reduzieren, der größtenteils nicht aus dem Auspuff, sondern vom Abrieb der Bremsen und Reifen komme. Im nächsten Jahr soll die iDisc in Serie gehen – eine Bremsscheibe, die mit Hartmetall beschichtet ist und bis zu 90 Prozent weniger Bremsstaub erzeugen soll. "Auf dem Weg zum alternativen Antrieb sehen wir mehrere Optionen, vom Erdgasmotor bis zur Brennstoffzelle. Wir optimieren den Verbrenner weiter, wir sehen ihn noch lange in der Koexistenz zum Elektroauto", gab Volkmar Denner die Richtung vor.



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