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Test & Technik

Elektromobilität: Erste Fahreindrücke mit dem VW eCrafter

Neuer Elektrotransporter macht auf letzten Abnahmefahrten, bevor er in den Feldtest geht, einen marktreifen Eindruck. Antriebstechnik stammt großteils vom eGolf. Reichweite von unter härtesten Bedingungen 100 km, im Prüfzyklus 160 km.

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Volkswagen Nutzfahrzeuge steht bei der Entwicklung des vollelektrisch angetriebenen Crafter kurz vor dem Serienanlauf. Nach den letzten Abnahmefahrten, bei denen LOGISTRA vorab teilnehmen konnte, sollen die ersten Fahrzeuge wie angekündigt in erste Feldtests bei ausgewählten Flotten gehen. Man sei aber zuversichtlich, dass diese Praxistests nur eine kurze Phase benötigen würden und das Fahrzeug dann im nächsten Jahr regulär in Serie geht, versicherte VWN-Vorstand Eckhard Scholz bei den letzten Probefahrten auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien.

 

Tatsächlich erwies sich das Fahrzeug bei den ersten Proberunden als erstaunlich ausgereift. Der Antritt erfolgt äußerst sanft und gut dosierbar, nötigenfalls beschleunigt der eCrafter mit seinen 290 Nm Drehmoment aber nachdrücklich durch, auch mit einer Tonne Beladung an Bord. Bei niedrigerem Tempo hat VWN ein Fahrgeräusch "moduliert", das Passanten warnen soll. Ansonsten hört man generell äußerst wenig vom Antrieb. Der eCrafter ermöglicht eine enorm leise und entspannte Fahrweise, Zugkraftunterbrechungen gibt es bei dem stufenlosen Getriebe nicht. Beim Thema Bremsen haben die Entwickler einen guten Kompromiss aus Energierückgewinnung und Rollfähigkeit getroffen: Der eCrafter rekuperiert nur diskret und lässt die 3,5-Tonnen-Fuhre so gut es geht rollen. Dennoch sollte bei vorausschauender Fahrweise der Tritt auf das Bremspedal Seltenheit haben. 

 

Der Hersteller bedient sich großteils aus dem Konzernbaukasten und setzt bewährte Bauteile aus dem Elektro-Golf ein. So stammen der VW-eigene Elektromotor mit Getriebe, der 35,8-kWh-Lithium-Ionen-Batteriesatz sowie die Leistungselektronik aus den Regalen der Pkw-Abteilung. Für den Einsatz im eCrafter wurden die Bauteile allerdings verstärkt. Im Vergleich zur auf der IAA 2016 präsentierten Studie eCrafter hat VWN die Akkus um gut 5 kWh kleiner dimensioniert. Nach intensiven Nutzeranalysen und Kundenbefragungen unter 1.500 kleinen, mittleren und großen Unternehmen habe sich herauskristallisiert, dass 100 Kilometer alltags- und auch winterfester Reichweite (160 im NEFZ-Zyklus) in den meisten Fällen genügen, begründete ein Entwickler den Schritt. Zudem wolle man damit zum einen die Kosten sowie den CO2-Fußabdruck bei der Herstellung der Akkus im Rahmen halten, zum anderen auch die von den Kunden höher priorisierte Nutzlast erhalten.

 

Insgesamt wiegt der eCrafter in seinem finalen Stadium allerdings etwa 500 Kilogramm mehr, die vor allem auf das Konto der Energiespeicher, aber auch von Crashverstärkungen gehen. Dennoch soll beim 3,5-Tonner eine Tonne Nutzlast verbleiben. Bei der 4,25-Tonnen-Version, die aufgrund der Sonderregelung für E-Fahrzeuge auch noch mit Pkw-Führerschein gefahren werden darf, sollen 1,75 Tonnen verbleiben. "Wir glauben, die Größe der Akkus ist für den Anfang und für die Anwendung genau richtig, schließen aber nicht aus, dass mit der rasanten Entwicklung der Akkutechnologie auch künftig optional erhältliche Varianten mit größerer Reichweite verfügbar sein könnten", formulierte Scholz. Er verwies aber darauf, dass für Langstreckenanwendungen der Diesel-Motor grundsätzlich die deutlich effizientere Antriebsoption sei. "Wir setzen hier auch weiter auf den Diesel. Nur in der Stadt, da wird es keine Alternative zur Elektromobilität geben", ist der VWN-Vorstand sicher. "Stadtverkehr, das ist doch für jede Diesel-Maschine eine Qual. Dennoch müssen das eine tun ohne das andere zu lassen", unterstrich er.

 

Einen ausführlichen Fahrbericht zum eCrafter lesen Sie in der nächsten Ausgabe von LOGISTRA.

 

 



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