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Märkte & Trends

KEP-Branche: BdKEP und LOGISTRA informieren über Trends und Technik

Gemeinsamer Workshop des Branchenverbands und der Fachpublikation bringt auf den neuesten Stand und diskutiert, inwiefern sich regionale KEP-Dienste mehr in den Prozess einbringen können. Interkep-Chef: Zufahrtsbeschränkungen sind Chance für kleine, innovative Unternehmen.

Mit einem Appell zu mehr Kooperation und einem stärkeren Einbringen lokaler KEP-Dienste in die politischen Prozesse ist in München der erste gemeinsame Workshop des Fachverbands BdKEP und den Fachmagazins LOGISTRA aus dem HUSS Verlag zu Ende gegangen. Dabei informierten sich 50 Fachleute und Unternehmer über neueste Transportermodelle aller großen Hersteller, KEP-Aufbauten etwa von Humbaur und Krone, Elektro-Transporter von Nissan, Fahrerassistenzsysteme von Mobile Eye, Lastenräder von Interkep und Rapid oder die Beladehilfe Hoerbiger Xetto sowie über die Trends in der Branche. "Zufahrtsbeschränken werden kommen und sie müssen kommen, damit kleinere KEP-Dienste ihre Innovationen auf die Straße bringen können", spitzte der Geschäftsführer des mittelständischen KEP-Unternehmens Interkep, Sebastian Haßler, in der abschließenden Diskussion zu. Attila Lüttmerding, Vertreter des Referats für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München pflichtete bei, viele Firmen hätten ein hohes Innovationspotenzial, das es freizusetzen gelte.

 

Lastenrad-Kurier: Nicht auf die Politik warten

KEP-Unternehmer Stefan Kerscher vom Rapid Kurierdienst, der neben konventionellen Transportern auch verstärkt Lastenräder einsetzt, meinte aber, es habe keinen Sinn, auf die Politik oder die passenden Rahmenbedingunen zu warten. Man müsse sich auf die gegebenen Umstände einstellen und dann das im Rahmen Mögliche unternehmen. Er rechnet unter anderem mit Diesel-Fahrverboten auch in München, sieht sich aber mit der großen Expertise im Einsatz von Lastenrädern gewappnet. Diese Angebote müsse man den potenziellen Auftraggebern allerdings auch nahe bringen und zeigen, um deren Vertrauen zu gewinnen, dass alternative City-Logistik möglich ist und funktioniert. Darüber hinaus glaubt Kerscher, dass die Regulierungen nicht von heute auf morgen greifen werden und es Übergangsszenarien für gewerbliche Verkehre geben müsse.  

 

Notwendige Verkehre ermöglichen, unnötige unterbinden

In diesem Zusammenhang forderte Lüttmerding, der Stadtraum müsse attraktiv gehalten werden. "Dafür müssen wir den notwendigen Verkehr ermöglichen und nicht notwendige Verkehre so gut es geht unterbinden und vermeiden", erklärte der Stadtvertreter im Hinblick auf die gewaltigen Pendlerströme, die täglich in der Landeshauptstadt zu verzeichnen sind. Ein "einfach weiter so" werde nicht funktionieren, nicht nur, weil die EU in Sachen Luftreinhaltung, Klimaschutz und Lärmschutz den Rahmen setze. "Wir alle sind die EU, das ist keine abstrakte Größe. Und wir sind als Stadt insofern für die Umsetzung dieser Vorgaben verantwortlich", stellte Lüttmerding klar. Nachhaltige Adresszustellungen werde es nur durch die Kombination mit nachhaltigen Transporttechnologien geben, ist der Referats-Fachmann überzeugt. Er sieht dabei große Chancen in der Kombination aus Lastenrädern und Mikrodepots, die auch eine große Studie des Verbands der Branchengrößen wie UPS, Hermes und DPD, BIEK, als Lösung empfohlen habe. Idealerweise sollten diese Depots aber kooperativ genutzt werden. Lüttmerding äußerte, die Branche müsse sich hier bewegen und möglicherweise auf Teile ihrer Markendarstellung verzichten. Ziel sei ganz klar die Verlagerung und Reduzierung motorisierter Fahrten in der Stadt.

 

BdKEP-Chef: Chancen für kleinere Unternehmen durch Kooperation

BdKEP-Vorsitzender Andreas Schumann sieht hier die Chance für kleine und mittelständische KEP-Unternehmen, die Blockade der großen Dienste in Sachen kooperativer Nutzung von City-Logistik-Standorten aufzubrechen. Er sieht den Internet-Giganten Amazon hier als "Speerspitze" des Mittelstands und zum Aufbrechen der von wenigen großen KEP-Dienstleistern bestimmten Marktverhältnisse. "Aber die Firmen müssen sich auch engagierter in die Prozesse vor Ort einbringen, sonst werden sie nicht gehört", erklärte Schumann. "Kooperationen sind möglich", erklärte in diesem Kontext Jörg Hänel, Geschäftsführer des auf neutrale Paketboxen spezialisierten Unternehmens PaketIn. Das zeige etwa ein Beispiel von BdKEP-Mitgliederunternehmen in Berlin. 

 

IHK: KEP-Branche genießt gleichen Stellenwert wie Handel

Generell sah die Vertreterin der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern Kerstin Swoboda vom Referat für Verkehr und nachhaltige Mobilität eine Gleichberechtigung der KEP-Branche mit anderen Zweigen wie dem Handel. Dem widersprach Interkep-Chef Haßler, der die Branche gegenüber anderen im Hintertreffen um die Aufmerksamkeit der politischen Entscheidungsträger sieht. Überhaupt konstatierte er, die politischen Prozesse verliefen in Anbetracht der kollabierenden Verkehrssituation in Städten wie München zu langsam. "Wir könnten sofort 200 Elektro-Transporter in Dienst stellen. Aber wo ist die Infrastruktur", fragte er rhetorisch und forderte zu zügigerem Handeln auf.

 

Autonomes Fahren: Mit Fahrassistenzsystemen heranführen

Das Thema Fahrerassistenzsysteme und "autonomes Fahren" beleuchtete der israelische Spezialist Mobile Eye, der seine auch für Transporter geeignete Nachrüstlösung präsentierte. Diese umfasst Abstandswarnung, Spurführung und Verkehrszeichenerkennung und soll im Normalbetrieb so unaufdringlich wie möglich sein, aber in Gefahrensituationen so nachdrücklich wie möglich den Fahrer warnen, wie Verkaufsleiter Moritz Hegmann skizzierte. Dies sei zugleich eine Möglichkeit, die Fahrer allmählich an die Funktionalitäten des autonomen Fahrens heranzuführen, an dessen Umsetzung der israelische Konzern, vor kurzem von Intel übernommen, intensiv arbeitet. Für Flottenbetreiber interessant sei die Möglichkeit, das eigentlich geschlossene, rein fahrzeugbezogene System in die Telematik einzubinden und so das Fahrverhalten der Chauffeure im Hinblick auf Gefahrensituationen zu analysieren.

 

Hegmann berichtete von drastischen Reduzierungen der Unfallzahlen in Fuhrparks und im Nebeneffekt signifikanten Reduktionen des Verbrauchs durch defensiveren Fahrstil. Darüber hinaus werde der Einbau von Assistenzsystemen mittlerweile von den Versicherungen goutiert, die in der KEP-Branche sonst üppige Beiträge fordern würden. "Viele folgenschwere Auffahrunfälle würden durch eine Vorwarnung von nur zwei Sekunden zu glimpflichen Blechschäden entschärft", schilderte Hegmann die Erkenntnisse der Unfallanalysen des Herstellers. Dennoch fehle es an Sensibilität für das Thema und es hapere auch noch an der Ausrüstungsquote mit Fahrerassistenzsystemen.    

 

Eine Bildergalerie zum LOGISTRA/"BdKEP vor Ort"-Tag beim HUSS Verlag in München finden Sie hier.




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