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City-Logistik: München startet Mikrodepot-Lastenrad-Projekt

Eigens entwickelte Boxen mit smartphone-basiertem Schließsystem dienen für Kurierunternehmen als Zwischenlager. Reduzierung von Wegen und Verkehrsentlastung durch den kombinierten Einsatz von Lastenrädern erhofft.

Die bayerische Landeshauptstadt München hat das im Oktober 2016 angekündigte City-Logistikprojekt mit der Kombination aus Mikrodepot-Boxen und Lastenrädern jetzt mit einem ersten Standort gestartet. Ein erstes Mikrodepot steht zur Erprobung innenstadt- und bahnhofsnah an der Hackerbrücke. In einer halbjährigen Testphase wird das Mikrodepot von der Paul Wolff GmbH, einem Hersteller von Depotschränken, und der PAKETIN GmbH, einem Entwickler von IT-Schließsystemen, der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt. Im kommenden Jahr ist der Test verschiedener Depots in Kooperation mit einem lokalen Lieferdienst geplant. Vier bis sechs Mikrodepots sollen am Innenstadtrand ohne bauliche Maßnahmen aufgestellt werden. Sie können so nach einer ersten Testphase flexibel an jeden anderen Standort transportiert werden und Lieferketten fortlaufend verbessern, skizzieren die projektleitenden Verantwortlichen des Referats für Arbeit und Wirtschaft. In München wird das System zunächst von der RAPID Kurierdienste KG erprobt, die sowohl Auto- als auch Fahrradkuriere einsetzt.

 

Ermöglicht wird dieses Pilotprojekt durch das EU-Projekt CIVITAS ECCENT-RIC, in dessen Rahmen das Referat für Arbeit und Wirtschaft die flexiblen Mikrodepots zur Förderung der kommerziellen Nutzung von Lastenrädern durch Kurierdienste testet. Durch den Internethandel hätten der Lieferverkehr und damit die Luftverschmutzung stark zugenommen. Insbesondere in dichten Innenstadtgebieten nähmen Konflikte zwischen Fußgängern, Radfahrern, Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern mit den Lieferdiensten zu, argumentiert das Referat. "Lastenräder können hier die Luftqualität und den Zugang zu Innenstadtbereichen verbessern sowie die Verkehrssicherheit erhöhen. Im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern haben Lastenräder eine größere Ladekapazität und erleichtern so die Bündelung von Lieferaufträgen", beschreibt die Behörde. Mikrodepots könnten nach dem Dafürhalten der Münchener Fachleute helfen, Lieferketten zu optimieren, da dort Autokuriere Waren an Fahrradkuriere übergeben können (und umgekehrt), ohne sich persönlich treffen zu müssen. Zudem ließen sich an Mikrodepots Pakete am Tagesende auf einer Route einsammeln. Dies erspare den Kurieren zusätzliche Wege zum Zentraldepot.

 

Von 2016 bis 2020 testet das europäische Projekt CIVITAS ECCENTRIC Lösungen für zukunftsorientierte und umweltfreundliche Mobilität in Quartieren am Stadtrand. Mehr als 50 Maßnahmen sollen dabei in den Projektstädten München, Madrid, Stockholm, Ruse und Turku umgesetzt werden. Die Münchner Projektleitung liegt beim Kreisverwaltungsreferat. Partner sind das Referat für Arbeit und Wirtschaft, die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Green City e.V. und die Green City Projekt GmbH sowie die Quartiersgenossenschaft Domagkpark. Die Technische Universität München, Professur für Siedlungsstruktur und Verkehrsplanung, begleitet das Projekt wissenschaftlich. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung sei ebenfalls eingebunden und koordiniere die Abstimmung mit den zwei thematisch verwandten Schwesterprojekten Smarter Together und City2Share.




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