Werbung
Märkte & Trends

City-Logistik: Briefdienst rüstet auf E-Bike um

Anwenderbericht: Dass E-Bikes zwar praktisch, aber in der Anschaffung teuer sind, lässt Fahrradflottenbesitzer beim Wechseln zögern. Mit Nachrüstmotoren für bereits vorhandene Räder will ein Hersteller dem abhelfen.

Rund 1000 Unternehmen haben laut Bundesnetzagentur in Deutschland die Lizenz, Sendungen bis 1000g zu befördern, über 2,6 Mrd. Briefe wurden 2016 von privaten Anbietern wie Pin, Blitz-Kurier oder Nordbrief befördert. Ausgeliefert wird zumeist mit dem Fahrrad. Um die 60-70 Kilo wiegt so ein voll beladenes Rad, die Zusteller müssen häufig einige Höhenmeter zurücklegen. Auch die Räder müssen einiges aushalten. Durchschnittlich 25 km legen Zusteller am Tag zurück, ständiges Anfahren und Abbremsen belasten Mensch und Material. Kein Wunder also, dass der Beruf Zusteller nicht zu den beliebtesten gehört, denn Arbeitszeiten und körperliche Belastung schrecken viele ab.

 

Eine Lösung sehen manche Anbieter nun in der Nachrüstung ihrer Räder zu E-Bikes. Thomas Herzog, Gründer und Geschäftsführer von Pendix, Hersteller von Nachrüst-Antrieben, wundert das nicht. „Zustellräder sind ganz spezielle Räder, die teuer in der Anschaffung und nicht leicht zu fahren sind. Rüsten die Kurierdienste ihre Flotte nun mit einem Elektromotor aus, macht das das Leben für die Zusteller leichter.“, so Herzog. Zudem sind die Fahrer mit den nachgerüsteten Rädern natürlich schneller unterwegs, was wiederum die Betreiber von Fahrradflotten freut. Sechs Ingenieure haben 2013 das Unternehmen Pendix gegründet, nachdem sie zuvor gemeinsam Prototypen für die Automobilindustrie und den Motorsport entwickelt hatten. Seit 2015 ist ihr Nachrüst-Antrieb auf dem Markt, der fast alle Fahrräder in leistungsfähigere E-Bikes verwandeln kann. Mit seinem schlichten Äußeren hat er einen Designpreis gewonnen, gleichzeitig soll er robust und wartungsfrei sein. Der Antrieb verfügt mit zwei Akku-Varianten laut Hersteller über eine Reichweite von bis zu 100 bzw. 160 km unter normalen Bedingungen, so ein schweres Post-Fahrrad hat immerhin noch eine Reichweite von etwa 40 bzw. 65 km. Der Elektromotor reagiert direkt auf die Tretkraft des Nutzers, so soll das natürliche Fahrgefühl nicht verloren gehen. In ausgeschaltetem Zustand bzw. ohne Akku fährt sich das Fahrrad ohne Einschränkung wie ein ganz normales Rad. Der Motor bremst nicht, es fehlt nur die elektrische Unterstützung. Liegenbleiben - so wie bei E-Autos - ist also nicht möglich.

 

Enrico Schwarzlose betreibt Blitz-Kurier, einen Brief-Dienstleister in Brandenburg. Er hat 2016 fast seine gesamte Flotte mit E-Motoren ausgerüstet, 230 Fahrräder. „Wir sparen etwa eine halbe Stunde pro Mitarbeiter am Tag. Somit haben sich unsere Investitionskosten eigentlich schon im ersten Jahr amortisiert“, erklärt der Unternehmer. Zudem ist er sehr zufrieden mit der Leistung der Akkus. „Man sagt ja, dass so ein Akku bei Minus-Graden schwächelt oder sogar ausfällt, das konnten wir bei den Pendix-Antrieben nicht feststellen. Sie waren wirklich zuverlässig. Auch die Reichweite ist überzeugend. Es ist noch nicht vorgekommen, dass ein Zusteller mit einem völlig entleerten Akku zurückgekommen ist.“

 

Gerade für Flottenkunden wäre die Nachrüstung attraktiv. Die bestehenden Räder samt ihren Wartungsverträgen blieben im Pool, es müssten keine neuen angeschafft werden und auch für kleinere Flotten lohne sich der Umbau. Außerdem soll die Umrüstung laut Hersteller unkompliziert sein, längere Ausfallzeiten gebe es nicht. Aber nicht nur für Briefdienste oder auf großen Werksgeländen eignet sich die Umrüstung, auch für Paketdienste könnte das Modell interessant sein. Sie liefern im innerstädtischen Bereich teils schon mit Lastenrädern aus, was nicht nur das Problem des Parkens in zweiter Reihe löst, sondern auch ökonomisch und ökologisch zukunftsweisend ist. (jk)


Werbung
Software
Version Pro: Auswertung für den mittleren Fuhrpark inkl. Exportfunktion.Mit...

Aktuelle Fotostrecke

Cleveres Konzept für Intra- und City-Logistik: Mit dem sogenannten Stint präsentiert der niederländische Hersteller Noorenz B.V. eine hochinteressante E-Fahrzeuglösung für das Lagerumgebungen und urbanes Umfeld. Ab 2018 soll es auch eine EU-Version geben.| Foto: J. Reichel
Neuer Name, erweitertes Konzept: Die einstige Messe e-Car-Tec will als "eMove360" das komplette Feld der neuen Mobilität bis hin zu Infrastruktur und Konnektivität abdecken. Einige Impressionen aus...

Internet-Guide | Wichtige Anbieter-Adressen im Netz

Werbung
Routenplanung, Fahrzeugortung
Fahrzeug- oder Objektortung mit revolutionärer Technik.Diebstahlsicherung...

Social share privacy

Werbung
 

© 2017 HUSS-VERLAG GmbH München | Alle Rechte vorbehalten