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Elektromobilität: MAN entwickelt erste E-Lkw

Der Lkw-Hersteller MAN macht Ernst in Sachen Elektromobilität. Die ersten E-Lkw sollen schon ab November auf die Straße. Ende 2018 ist der Fertigungsstart für den Elektro-TGM geplant.

Der Münchner Lkw-Hersteller MAN Truck & Bus und das österreichische Council für nachhaltige Logistik (CNL) intensivieren ihre Partnerschaft zur Entwicklung nachhaltiger Lieferfahrzeuge. Im Beisein des österreichischen Bundeskanzlers Christian Kern (SPÖ) und des österreichischen Ministers für Verkehr, Innovation und Technologie, Jörg Leichtfried (SPÖ), wurde am 20. Februar am Produktionsstandort von MAN in Steyr ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Demnach stellt MAN den CNL-Mitgliedsunternehmen ab November 2017 Erprobungsfahrzeuge der neu entwickelten Elektro-Lkw für erste Tests in der Praxis zur Verfügung.

CNL will ab dem Jahr 2020 verstärkt E-Lkw für den innerstädtischen und stadtnahen Verteilerverkehr einsetzen. „MAN verfolgt eine klare Roadmap in puncto Elektromobilität – und zwar für Lkw und Busse. Den ersten eTruck präsentieren wir Ihnen heute hier, und Ende des Jahres sehen Sie ihn auf der Straße. Ende 2019 bringen wir einen vollelektrischen Stadtbus in Serie und Anfang 2021 kommt dann der Serien-eTruck“, sagt Joachim Drees, Vorsitzender des Vorstands von MAN Truck & Bus. „Dabei nutzen wir einen modularen Baukasten von Antriebskomponenten, den wir flexibel für verschiedene Anwendungen einsetzen können.“

Der Elektroantrieb soll im mittleren und schweren Verteilerverkehr von 12 bis 26 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht eingeführt werden. Ab Ende 2018 ist der Fertigungsstart von Elektroversionen der MAN TGM-Baureihe geplant. Geplant sind auch MAN TGM 6x2 Fahrgestelle mit Kühlkoffern, Wechselbehältern und Getränkeaufbauten. Zum Erprobungsumfang gehört aber auch eine Sattelzugkombination. Den Antrieb des MAN City-Truck Konzeptfahrzeugs soll ein 250 kW Elektromotor übernehmen, der 2700 Nm Drehmoment ohne Schaltgetriebe über eine Kardanwelle an die Hinterachse leitet. Nebenaggregate wie Servolenkung, Luftkompresser sowie die Klimaanlage sollen ebenfalls elektrisch betrieben und über das Energiemanagement bedarfsabhängig und damit energiesparend gesteuert werden. Über Bremsenergie-Rückgewinnung (sogenannte Rekuperation) werde die Bewegungsenergie des Fahrzeugs in den Schubphasen in elektrische Energie umgewandelt und in die Batterien. Eine Anzeige im Cockpit informiert den Fahrer über den aktuellen Energieinhalt der Batterien.

 

Die Energie für den Lkw sollen Lithium-Ionen-Batterien aus dem VW-Konzern liefern. Sie sind in dem Konzept-Lkw unter dem Fahrerhaus über der Vorderachse angeordnet anstelle des konventionellen Diesel-Antriebsstrangs. Die Gewichtseinsparung durch den Wegfall des Dieselmotors werde durch das Mehrgewicht der Elektroantriebskomponenten kompensiert, das Fahrzeug weise damit die gleiche Nutzlast auf wie eine konventionelle Sattelzugmaschine der TGS-Baureihe, erläutert der Hersteller. Das Aufladen der Batterien sieht MAN über Nacht vor. Das System sei aber auch geeignet für sogenanntes „Opportunity-Charging“, d.h. Zwischenladen während des Fahrzeugeinsatzes. Als Standardreichweite peilt der Hersteller etwa 200 km an, zusätzliche Akkus ließen sich aber am Rahmen montieren.
 

Auch der Service wird erprobt


Neben der technischen Einsatzerprobung soll in der Testphase auch das eTruck-spezifische Serviceangebot getestet werden. Das umfasst nicht nur den reinen Werkstattservice. „Bei der eMobility steht die optimale Einsatzberatung verstärkt im Vordergrund, um dem Kunden das richtige Transportmittel für seine Transportaufgabe zur Verfügung stellen zu können. Hier werden wir als Hersteller viel stärker in die Analyse des Kundenbedarfes einsteigen“, so Dr. Carsten Intra, im MAN-Vorstand verantwortlich für Forschung und Entwicklung sowie für Produktion und Logistik.

Im Council für nachhaltige Logistik (CNL) haben sich fünfzehn der größten österreichischen Unternehmen aus dem Bereich Handel, Logistikdienstleister und Produktion zusammengeschlossen. Darunter Rewe, DPD, Gebrüder Weiss, Metro, Quehenberger, Stieglbrauerei und Spar. Das CNL ist verankert am Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU).




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