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Elektromobilität: Daimler E-Truck soll früher kommen

Der zur IAA vorgestellte vollelektrische Verteiler-Lkw soll bereits in diesem Jahr bei ersten Kunden in den Einsatz gehen - als 18- und 26-Tonner sowie in verschiedenen Konfigurationen als Kühler und Trockfrachtkoffer sowie Pritsche.

Daimler Trucks will früher als erwartet den erstmals im Vorfeld der IAA 2016 präsentierten vollelektrischen Verteiler-Lkw in die Kundenerprobung bringen. Ursprünglich hatte der jüngst überraschend zurückgetretene Daimler-Trucks-Vorstand Wolfgang Bernhard eine Serienfertigung bis 2020 in den Raum gestellt. Jetzt soll alles offenbar schneller gehen. „Wir sprechen derzeit mit rund 20 potenziellen Kunden aus der Entsorgungs-, Lebensmittel- und Logistikbranche“, gab Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw, bekannt. Mercedes-Benz Trucks bringe also noch in diesem Jahr den weltweit ersten serienmäßigen Verteiler-Lkw in Kleinserie auf den Markt. Der Hersteller hatte seinen „Urban eTruck“ mit 25 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und bis zu 200 Kilometern Reichweite auf der IAA 2016 vorgestellt und dort als emissionsfrei und flüsterleise bei 12,8 Tonnen Zuladung angepriesen. Das Fahrzeug werde zunächst in einer niedrigen zweistelligen Stückzahl an Kunden in Deutschland – später aber auch in Europa – gehen. Dort soll es im realen Transporteinsatz unterwegs sein.

 

Ziel sei es, anhand realer Einsatzszenarien und Anforderungsprofilen gemeinsam mit dem Kunden das Fahrzeugkonzept und die Systemauslegungen des Elektro-Lkw zu verbessern. Getestet werden sollen beispielsweise der Einsatz im Schichtbetrieb, Ladezeiten sowie Batterie- und Reichweitenmanagement. „Wir entwickeln die Fahrzeuge und Systeme Schritt für Schritt zur Marktreife“, beschreibt Buchner. Um die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten abbilden zu können, werden 18- und 25-Tonner mit Kühlaufbau, als Trockenkoffer und als Pritschenfahrzeug aufgebaut. Die Fahrzeuge werden den Kunden, zusammen mit einem speziellen Ladegerät, das die erhöhten Anforderungen eines Lkw berücksichtigt, für einen Zeitraum von zwölf Monaten zur Nutzung überlassen und durch den Mercedes-Benz Trucks Fahrversuch betreut. Während dieser Zeit werden Daten über die Nutzungsprofile und Einsatzbereiche gesammelt und die gewonnenen Erkenntnisse und Erwartungen abgeglichen.

 

Die Basis des Mercedes-Benz Urban eTruck bildet ein dreiachsiger Verteiler-Lkw von Mercedes-Benz, was der Antos-Reihe entsprechen würde. Statt des konventionellen Antriebsstrangs kommt eine platzsparende, elektrisch angetriebene Hinterachse mit Elektromotoren unmittelbar neben den Radnaben zum Einsatz. Ihre Maximalleistung beläuft sich auf 2 x 125 kW, das maximale Drehmoment 2 x 500 Nm. In Verbindung mit der Übersetzung erreicht das Drehmoment am Rad 11 000 Nm. Die neue Achse wurde abgeleitet aus der E-Achse des Mercedes-Benz Citaro Hybrid Busses. Für die Energieversorgung sorgt ein 212-kWh-Batteriepaket aus drei Modulen von Lithium-Ionen-Batterien, das die einsatztypischen 200 km auch bei widrigen Bedingungen wie Kälte ermöglichen soll.

 

Den Elektro-Lkw sieht Daimler Trucks als Teil einer umfassenden Elektro-Offensive, zu der man auch den leichten Elektro-Lkw Fuso eCanter zählt. Dieser wurde zur IAA gründlich überarbeitet und optisch neu gestaltet und soll ebenfalls 2017 global in einer Kleinserie in den Einsatz starten. Rund 150 Fahrzeuge würden an ausgewählte Kunden in Europa, Japan und den USA übergeben, kündigt der Hersteller an.

 

Technologisch erwartet Daimler Trucks, dass die Kosten für die Batterien eines vollelektrischen Lkw von 1997 bis 2025 um den Faktor 2,5 sinken werden – von 500 Euro/kWh auf 200 Euro/kWh. Gleichzeitig steige die Energiedichte der verfügbaren Batterien in diesem Zeitraum um den gleichen Faktor von 80 Wh/kg auf 200 Wh/kg, so die Prognose.

 

Wettbewerber MAN hat für nächste Woche den Startschuss der Fertigung einer Kleinserie für das auf der IAA erstmals gezeigte Konzept eines vollelektrischen TGM angekündigt. Hier solle ein "Memorandum of Understanding" unterzeichnet werden und der weitere Fahrplan für die Elektromobilität mit Lkw bekannt gegeben werden, teilte der Hersteller im Vorfeld mit. (ha/jr)


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