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Abgasemissionen: Mercedes Actros sauberer als V-Klasse

Untersuchungen eines Forschungsinstituts ermittelten im Realbetrieb das doppelte bis dreifache an Stickoxiden für einen Van im Vergleich zu einem Truck. Busse und Lkw erfüllen strenge Vorgaben, Pkw weichen bis zum Faktor 10 ab.

Ein Mercedes-Benz Actros stößt im Realbetrieb nur die Hälfte der Stickoxide aus, die ein Kompaktvan V-Klasse des gleichen Herstellers emittiert. Das will das deutsch-amerikanische Forschungsinstitut ICCT (International Council on Clean Transportation) nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung herausgefunden haben. Die Forscher verglichen die Daten eines 420 PS starken, mit 28 Tonnen beladenen Sattelzugs, der in einem 187-Kilometer-Realtest auf 158 Milligramm Stickoxid pro Kilometer kam. Dem stellten die Mitarbeiter des Instituts die Emissionen einer Mercedes-Benz-V-Klasse bei Messfahrten des Kraftfahrtbundesamts im Realbetrieb gegenüber. Dabei emittierte der mit dem Transporter Vito baugleiche Van mit einem 190-PS-Sechzylinder-Diesel-Motor der Euro-6-Norm mit SCR-Abgasreinigung 300 bis 500 Milligramm pro Kilometer. Die ICCT-Wissenschaftler verglichen bei ihrer Studie laut SZ insgesamt Daten von 24 Lastwagen und Bussen mit den Messwerten, die bei Pkw-Modellen im Straßenbetrieb ermittelt wurden. Diese wichen von den Herstellerangaben teils stark ab, da die Angaben sich auf Laborbedingungen beziehen, während schwere Nutzfahrzeuge und Busse strenge Messwerte auch im Straßenbetrieb einhalten müssen.

 

Wie bei den gegenübergestellten Mercedes-Modellen konstatierten die Forscher generell eine massive Abweichung von den Herstellerangaben bei allen Pkw-Modellen mit im Schnitt 480 bis 560 Milligramm Stickoxid, während die Lastwagen und Busse pro Kilometer lediglich 210 Milligramm der gesundheitsschädlichen Gase emittierten. Bezogen auf den Kraftstoffverbrauch und unter Berücksichtigung der höheren Lastanforderungen errechnete Rachel Muncrief, die Autorin der Studie, sogar Abweichungen um den Faktor 10, die Pkw im NOx-Ausstoß höher lägen als Lkw, bilanziert die SZ.

 

Die Untersuchung zeigt, dass die zur Reduzierung der Stickoxide eingesetzte, bei Nutzfahrzeugen seit Jahren gängige Technik der Stickoxidreduzierung per SCR-Kat und Zusatzstoff AdBlue, durchaus funktioniert. Dann liegen allerdings auch die Verbräuche des Additivs deutlich höher. Bereits im vergangenen April hatte das ZDF-Politmagazin "Frontal 21" bei einem Vergleich der Stickoxidemissionen zwischen Diesel-Lkw und Diesel-Pkw der Euro-6-Klasse mehr als doppelt so hohe Werte für eine Mercedes-C-Klasse als bei einem Mercedes Actros ermittelt.  




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