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Lastenrad-Logistik: UPS überträgt Hamburger Modell in die USA

Das Pilotprojekt aus der Hamburger Innenstadt macht Schule: UPS setzt seit 21. November auch in Portland, USA, bei der Paketzustellung ein dreirädriges E-Bike ein.

Der US-Logistikkonzern UPS hat angekündigt, die in Hamburg erprobte Kombination aus Lastenrädern und Mikrodepots in die USA übertragen zu wollen. Die Lasten-Pedelecs, die fester Bestandteil von UPS‘ Strategie zur Reduzierung der CO2-Emissionen sind, bewähren sich in der Hamburger Innenstadt bereits seit 2012. Der Paketdienst geht davon aus, dass die Lastenräder auch in den USA landesweit zum festen Bestandteil der Paketzustellung werden könnten. Das sei gewissenmaßen ein Schwenk "back to the roots", wie Mark Wallace, UPS Senior Vice President Global Engineering and Sustainablity, erklärte: „UPS war in den Anfängen seiner 109-jährigen Firmengeschichte ursprünglich ein Fahrradkurier-Unternehmen. Wir haben uns weiterentwickelt und betreiben heute ein weltweites Boden- und Luft-Netzwerk, doch könnte das Fahrrad durchaus sein Comeback finden, um dicht bevölkerte Ballungszentren sowie städtische Gebiete zu bedienen und dabei gleichzeitig auf ökologische Nachhaltigkeit zu fokussieren.“

 

Das Hamburger City-Logistik-Projekt von UPS könnte als Vorlage dazu dienen. Es konzentriert sich auf die Entwicklung einer neuen und nachhaltigen Methode der Warenlieferung in städtischen Gebieten. UPS hat dafür zur Zwischenlagerung von Paketen auf in Hamburg vier Container an zentralen Standorten aufgestellt. Von diesen Punkten aus werden die Pakete zu Fuß oder per Fahrrad, etwa dem Cargo-Cruiser, einem elektrisch unterstützten Lastendreirad, zugestellt. Seinen großen Erfolg verdankt das Pilotprojekt, dass es im Februar 2015 um weitere zwei Jahre verlängert und auf Paris, Offenbach und Herne ausgerollt wurde. Auch in München soll dieses Modell im Rahmen des City2Share-Projekts an den Start gehen. Außerdem hat die Stadt Hamburg die Lastenräder gerade erst in ihr „Smart Last Mile Logistics“-Forschungsprojekt Smile aufgenommen, das innovative Konzepte für die City-Logistik entwickeln soll.

 

In den USA komme nachhaltige Logistik ebenfalls gut an, ist Portlands Bürgermeister Charlie Hales überzeugt: „Wie alle Städte sucht auch Portland nach Möglichkeiten zur Bekämpfung der städtischen Verkehrsbelastung und Luftverschmutzung.“ Die Stadt sei auch insofern ein natürlicher Pilotpartner gewesen, als UPS hier bereits traditionelle Fahrräder saisonal im Lieferverkehr einsetzt. Das E-Lastendreirad in den USA ist mit batteriebetriebenen Elektromotoren ausgestattet, die es ermöglichen, größere Entfernungen zu überbrücken, erhebliche Lasten zu transportieren sowie Hügel und anderes Gelände zu befahren. Die maximale Energieeffizienz wird erreicht, wenn Batterieleistung und menschliche Kraft gleichzeitig kombiniert werden. Anders als das Hamburger Modell kann das US-Cargotricycle zudem entweder ausschließlich mit Batterien oder Pedalen betrieben werden. Während der Testphase bewertet UPS die Zuverlässigkeit, das Design, die Integration in die Infrastruktur und die Akzeptanz dieses Fahrzeugs. Wenn dies erfolgreich sei, wolle man für das Jahr 2017 weitere E-Bike-Implementierungen und Tests vornehmen, kündigte der Logistiker an. (ha/jr)

 




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