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Elektromobilität: Nissan spürt Nachfrageschub durch Prämie

Anbieter von Elektro-Vans und Pkw meldet steigendes Interesse im Zuge der Förderung, vor allem im gewerblichen Bereich. Nutzung des Fahrzeugs als Pufferspeicher, zweites Leben für den Akku. Akkupreise fallen weiter.

Fahrzeughersteller Nissan spürt im Zuge des Förderprogramms Elektromobilität der Bundesregierung steigendes Interesse an seinen elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Vor allem aus dem gewerblichen Bereich kämen zahlreiche Anfragen, teilte der Hersteller bei einem Workshop zur E-Mobilität in München mit. Zu den 4000 Euro Förderung des E-Mobilitäts-Programms, je hälftig zwischen Statt und Hersteller geteilt, legt Nissan ein Incentive von weiteren 1000 Euro für den Kunden drauf, sodass die Fördersumme 5000 Euro beträgt. Im finalen Entwurf des Bundesverkehrsministeriums respektive der erstellenden Behörde BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) soll dem Vernehmen nach jetzt neben dem privaten Bereich auch explizit die gewerbliche Anwendung als förderungswürdig mit aufgeführt sein. Die Veröffentlichung der Richtlinien auf der Homepage des Bafa wird demnächst erwartet. Dann dürfte auch klar werden, wie die Abwicklung der Förderung für den Kunden konkret ablaufen soll. Ungeklärt sei laut einem Nissan-Verantwortlichen auch, wie die Förderung bei den im gewerblichen Bereich häufigen Leasing-Modellen umgesetzt werden kann. 

 

Nissan bietet seinen Van eNV200 sowohl als Kombi als auch als Kastenwagen an. Darüber hinaus ist der fünfsitzige Kompaktwagen Leaf im Programm, weltweit das laut Hersteller meistverkaufte Elektroauto. Dieser erhielt jüngst ein Akku-Update mit der jüngsten Generation von Lithium-Ionen-Technik, mit der bei gleichem Platzbedarf und etwa 25 Kilo mehr Gewicht statt 170 jetzt 250 km Reichweite erzielt werden können. Bei dieser Batterie erhöht der Hersteller die Garantie von fünf auf acht Jahre und 100.000 auf 160.000 km Laufleistung bei 9/12 der Batteriekapazität. Ob diese Batterie, die beim Leaf optional erhältlich ist, auch für den eNV200 angeboten wird, ist derzeit noch in der Überlegung. Der neue Energiespeicher verfügt über eine höhere Energiedichte und ist bereits die dritte Generation von LiIo-Akkus, die Nissan selbst entwickelt und weltweit in drei Fabriken fertigt.

 

Unabhängig von der Weiterentwicklung der Batterietechnologie forciert der Hersteller den nächsten Schritt. Gemeinsam mit der Beratungsfirma The Mobility House aus München will man vor allem gewerblichen Nutzern die Option des bidirektionalen Ladens eröffnen, das mit Hilfe der sogenannten CHAdeMO-Schnellladetechnik möglich ist. Dabei wird das Fahrzeug schon heute zum Strom- und Pufferspeicher, etwa wenn im Betrieb eine eigene Photovoltaik-Anlage vorhanden ist. Außerdem sollen Elektrofahrzeuge in Zukunft über die Vehicle-to-Grid-Technologie für Netzbetreiber als Speicher zur Verfügung stehen - und damit zur Einnahmequelle für den Betreiber werden. Nach einer Modellechnung der Berater ließe sich über eine Laufzeit von 48 Monaten bis zu 8000 Euro an Einnahmen erzielen. "Der Energiemarkt ist definitiv eine Option für E-Autobesitzer", skizzierte Mobility-House-Geschäftsführer Marcus Fendt.

 

Darüber wies das Beratungsunternehmen auf die Möglichkeit hin, Akkus nach dem Ende ihrer Laufzeit im Fahrzeug  als Heimspeicher zu nutzen. Dieses sogenannte "second-use"-Konzept verfolgt auch Nissan-Partner Eaton, sonst in der Nutzfahrzeugbranche eher für Getriebe und Antriebskomponenten bekannt. Die Heimspeicher für die Wandmontage seien zuverlässig und mit 4000 Euro inklusive Montage erschwinglich, die Anforderungen durch die längeren Lade- und Entladezyklen deutlich geringer als im Fahrzeugbetrieb, erklärte ein Eaton-Verantwortlicher. "Man muss hier weit über den Tankdeckel hinaus blicken", brachte es Fendt auf den Punkt.

 

Im übrigen erwartet der E-Mobilitätsspezialist eine weitere Preissenkung bei den Akkus. Von anfänglich 1000 Euro pro kWh seien derzeit noch 250 Euro übrig und für Fachleute seien 200 Euro pro kWh im Bereich des möglichen. Das werde einen flächendeckenden und konkurrenzfähigen Einsatz der Elektromobilität schon bald möglich machen, prognostizierte der Berater.




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