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Kommentar: Ohne Diesel stehen die Städte still

Diesel-Fahrzeuge bis Euro 5 sollen draußen bleiben: Umweltbundesamt fordert Neuorientierung im Stadtverkehr. Doch wie sich dann die Versorgung der Cities sicherstellen lässt, ist fraglich. Gewerbliche Verkehre sollten Priorität haben.

Das Umweltbundesamt hat eine grundätzliche Neuorientierung in der Verkehrspolitik, insbesondere in den Städten, gefordert. In Anbetracht der nach wie vor viel zu hohen Stickoxidbelastung empfiehlt die oberste Bundesbehörde für Umweltfragen eine radikale Reduzierung von Diesel-Fahrzeugen im Stadtverkehr. Das müsse sich bis hin zu Euro-5-Fahrzeugen erstrecken, formulierte Behördenchefin Maria Krautzberger bei der Vorstellung des UBA-Jahresberichts. Sonst würde sich nach neuen Modellrechnungen die Luftqualität bis 2030 nicht wesentlich verbessern. Krautzberger hielt auch einen Abbau des Dieselprivilegs bei der Besteuerung für dringend geboten. Sieben Milliarden Euro an Steuereinnahmen entgingen dem Staat auf diese Weise, rechnet das UBA vor.

 

Doch die resolute Behördenchefin deutete auch an, wo sie den Schwerpunkt für die empfohlenen Maßnahmen sieht: Im Privatbereich. Mehr zu Fuß gehen, Fahrrad fahren, Elektromobilität für Fahrräder und Autos fördern, das sind ihre Empfehlungen. Zu recht: Denn die Privat-Diesel-Pkw machen immerhin zwei Drittel des Stickoxid-Ausstoßes in der Stadt aus, Lkw tragen gerade mal 22 Prozent bei. Der Effekt wäre also ein deutlich größerer. Konsequenterweise bringt Krautzberger auch ins Spiel, gewerbliche Fahrzeuge vorerst zu verschonen. „Dabei wäre auch zu prüfen, ob zunächst nur die privaten PKW erfasst und die Logistikbranche ausgespart werden sollte", schlug sie vor.

 

Und zielt damit in die richtige Richtung: Denn würden die Städte zur Luftreinhaltung auch Lkw der Abgasnorm Euro 5 aussperren, wäre zum derzeitigen Stand eine Versorgung der Kommunen schlicht unmöglich, denn sie erfolgt zu fast 100 Prozent mit Diesel-Fahrzeugen, ob bei Verteiler-Lkw oder bei der wachsenden Flotte an Paketfahrzeugen. Alternative Antriebe wie längst praxistaugliche Erdgas-Transporter oder Lkw sind den Unternehmen (oder deren Kunden respektive uns allen) noch zu teuer respektive der derzeitige Betriebskostenvorteil zu gering. Elektro-Vans oder Trucks sind ein ganz zartes Pflänzchen, das oft bei verborgenen Kleinserienherstellern blüht. Elektrifizierte Lastenräder sind ein vielversprechender Ansatz, taugen aber eher für die letzte Meile als für die große Masse.




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