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Anwenderbericht: Digitalisierung in der Baustofflogistik

Vollautomatische Tourenplanung, digitaler Tachograf und Forecasting-Funktion - Die Unternehmensgruppe Gerdes + Landwehr rüstet ihren Fuhrpark mit dem intelligenten Transportleitstand OPHEO der initions AG für das digitale Zeitalter und bindet die Software an die Telematiklösung WEBFLEET von TomTom.

Die Gerdes + Landwehr Unternehmensgruppe setzt bereits seit 2006 in ihrem Fuhrpark die Telematiklösung WEBFLEET von TomTom Telematics ein. Im Zusammenspiel mit dem Transportleitstand OPHEO der Hamburger initions AG disponiert das Unternehmen nun seit dem Frühjahr 2018 auf einem neuen Level innerhalb der Branche – vollautomatische Tourenplanung, digitaler Tachograf und Forecasting-Funktion machen es möglich.

 

Zum Kundenkreis von Gerdes + Landwehr zählen im Logistik- und Baustoffbereich typischerweise Baustoffproduzenten. „Wir sind spezialisiert auf staubförmige Produkte – also auf alles, was am Bau an zementgebundenen oder kalkgebundenen Produkten bis hin zum Fliesenkleber benötigt wird“, umreißt John-Henrik Landwehr, Geschäftsführer des Unternehmens, das Tätigkeitsfeld. Gearbeitet wird in Deutschland und den Benelux-Ländern von Sulingen und Beckum aus. Rund 200 Mitarbeiter sind in diesem Unternehmensbereich tätig.

 

Verfügbare Programme keine Hilfe für Disponenten

Mit der Entscheidung für WEBFLEET setzte Gerdes + Landwehr schon frühzeitig auf die Vorteile einer Telematiklösung. Insgesamt hundert Fahrzeuge – fast ausschließlich Silo-Fahrzeuge und einige wenige Kipper – sind mit TomTom PRO Terminals und LINK-Boxen ausgestattet. „In unserem Geschäft geht es neben dem reinen Transport immer auch um Informationen. Wo sind meine Fahrzeuge? Wie bewegen sie sich? Das ist immens wichtig“, so Geschäftsführer John-Henrik Landwehr.

 

Doch der Unternehmer wollte noch mehr: Bereits 2008 wurden erste interne Studien zum Thema Dispositionsunterstützung gemacht. Die damals verfügbaren Programme konnten zwar eine beachtliche Rechenleistung vorweisen, aber den Disponenten nicht helfen. Es fehlte schlicht an den nötigen Informationen. „Ganz wesentlich war, dass Lenk-, Ruhe und Arbeitszeiten nur im analogen Tachograf vorlagen. Diese Daten waren im Fahrzeug, aber nirgendwo anders. Die konnte die Telematik nicht nutzen“, erinnert sich Landwehr. Erst als mit der zunehmenden Digitalisierung über Remote-Download-Tools Lenk-, Ruhe- und Arbeitszeiten in Echtzeit an jedem Ort zur Verfügung standen, lohnte sich für Landwehr eine erneute Recherche. Entsprechend begann das Unternehmen 2017, den Markt erneut zu sondieren und verschiedene Optionen zu prüfen.

 

Disposition im Silo-Bereich wie vor 30 Jahren

Ziel war es, eine dringend notwendige Unterstützung im Bereich der Disposition zu liefern. Landwehr schätzt ein, dass die Disposition im Silo-Bereich noch fast überall wie vor 30 Jahren stattfindet. Dadurch hinkt sie den heutigen technischen Möglichkeiten weit hinterher. „Algorithmen, die eben auch alle gesetzlichen Lenk- und Ruhezeitthematiken für die Zukunft abarbeiten, waren lange nicht verfügbar. Wir wollten aber den Disponenten von der handwerklichen Kopfrechnerei entlasten und ihm ein Hilfstool geben,“ erläutert Landwehr.

 

Bei sechzig Fahrzeugen am Tag sei ein Mitarbeiter nicht mehr in der Lage, tausende Varianten im Kopf zu planen, zu berechnen und zu prüfen – jeweils mit exakten Kilometern und Lenk- und Ruhezeiten, so der Unternehmer. Darüberhinausgehend lag das Augenmerk von Gerdes + Landwehr darauf, in der Disposition schlummernde Potenziale zu entdecken und zu heben. „Wenn sie eine große Berechnung im Kopf durchführen, sind sie immer langsamer. Und je komplexer das Thema ist, auch uneffektiver.“ Das bedeute, Optimierungsmöglichkeiten gehen am Ende verloren oder der Disponent entscheidet aufgrund von hohem Zeitdruck falsch, wie das Unternehmen erklärt. Knappe Lenkzeiten ließen sich besser vermeiden.

 

Die Automatisierung der Disposition

Im Februar 2017 gab es dann die erste Kontaktaufnahme mit der initions AG. Nach einer Vorstellung des Transportleitstands OPHEO fiel die Entscheidung bei Gerdes + Landwehr sehr schnell, so dass im Herbst 2017 das Einführungsprojekt begonnen werden konnte. Für initions und OPHEO sprach die hohe Kompetenz im Bereich der vollautomatisierten Dispositionsunterstützung und die Anbindung an das bestehende WEBFLEET.

 

Neben dem OPHEO Dispo-Cockpit und OPHEO Mobile, der auf den Driver Terminals von TomTom installierten Liefer-App, nutzt Gerdes + Landwehr heute drei OPHEO+ Dienste, die für die Automatisierung der Disposition von zentraler Bedeutung sind: „Da ist zunächst einmal der ixOptimizer, der für die automatische Tourenplanung eingesetzt wird“, erläutert Dr. Stefan Anschütz, Vorstandsmitglied und Gründer der initions AG. „Hinzu kommen Echtzeit-Tachodaten, die wir im Zusammenspiel mit der Telematiklösung von TomTom einsetzen, um die Daten aus den digitalen Tachografen für OPHEO und damit für die Disposition nutzen zu können. Und schließlich die Forecasting-Funktion, mit der Gerdes + Landwehr – auch basierend auf den WEBFLEET-Daten – vorausschauend planen kann.“ So ermittelt die Software die Statussituation der Fahrer für die nächsten Stunden und kann unter anderem prüfen, ob die Lenkzeit des Fahrers für die geplante Tour noch ausreicht.

 

60.000 Tourenpläne pro Minute

Im Tagesgeschäft ist OPHEO in der Lage, minütlich eine komplette Disposition durchzuplanen und zu kalkulieren. „Das heißt, wenn ich das sechzig Sekunden laufen lasse, errechnen die Algorithmen sechzigtausend Dispositionspläne, die sich einem Optimum annähern“, schätzt Landwehr ein. Damit lässt sich über den gesamten Tagesverlauf prüfen, wie der Auslastungsgrad aller Fahrzeuge ist. Relevant ist das insbesondere, weil Kunden im Baustoffbereich heute zu achtzig Prozent für morgen bestellen. Entsprechend muss derTransporteur mit einer relativ volatilen und damit unstetigen Auftragsmasse umgehen – jeden Tag aufs Neue.

 

Optimierte Tourenplanung auf Knopfdruck

Die Transportaufträge werden bei Gerdes + Landwehr zunächst im ERP-System Navision von Microsoft (Microsoft Dynamics NAV) verarbeitet. Über die offene Navision-Schnittstelle greift OPHEO darauf zu und erfasst alle Aufträge. Die Disponenten planen anschließend die einzelnen Touren über die Software. „An dieser Stelle kommt der ixOptimizer zum Einsatz. Er erstellt auf Knopfdruck komplett automatisch einen Tourenvorschlag – also welches Fahrzeug übernimmt den Transport, in welcher Reihenfolge etc.“, erklärt Dr. Anschütz das Grundprinzip. Vor Einführung von OPHEO mussten die Disponenten zeitraubend alle möglichen und unmöglichen Optionen im Kopf durchspielen - Das geht jetzt schneller und bringt Produktivitätsvorteile, so Dr. Anschütz.

 

Wenn die Tourenplanung abgeschlossen ist, gehen die Daten digital von OPHEO über das Mobilfunknetz an die App auf den TomTom Driver Terminals in den Fahrzeugen. Wenn ein Fahrer seine Tour beginnt, kann er darüber den Auftrag durchführen und die Adressdaten des nächsten Stopps jeweils mit einem Fingertip aus der Mobile App von OPHEO in die TomTom Navigation übernehmen. Während er das tut, sammelt WEBFLEET im Hintergrund die Informationen zum Fahrzeug, dessen Position und zum Status des digitalen Tachografen im Silo-Fahrzeug. Dieses gesammelte Wissen gibt WEBFLEET an OPHEO zurück.

 

Lenkzeit-Engpässe der nächsten Stunden

Der Disponent kann in OPHEO nicht nur sehen, wie viel Restlenkzeit der Fahrer zum aktuellen Zeitpunkt noch hat. Die Software prüft für ihn auch parallel, ob die Planung weiterhin Bestand hat und weist ihn aktiv auf mögliche Lenkzeit-Engpässe in den nächsten Stunden hin. Kopfrechnen ist nicht mehr nötig. Darüber hinaus warnt und informiert das Programm über sich anbahnende Verzögerungen und verspätete Auslieferungen. So kann der Disponent den Kunden informieren oder – wenn noch möglich – eine Umplanung vornehmen und ein anderes Fahrzeug pünktlich zum Kunden schicken. „OPHEO reichert die ursprüngliche Planung permanent mit den Ist-Daten aus WEBFLEET an und gibt dem Disponenten damit wichtige Entscheidungshilfen“, fasst Dr. Anschütz zusammen.

 

Digital den Fahrer entlasten

Der Fahrer wird zudem bei seiner täglichen Arbeit spürbar entlastet, da der gesamte Prozess digital abläuft. Nur wenige Statusmeldungen muss er in der OPHEO MOBILE App noch bestätigen. Primär geht es darum, ob er an der Entladestelle bereits entladen kann oder noch warten muss. Alle weiteren Statusänderungen werden automatisch über das sogenannte Geo-Fencing erkannt.

 

Für eine Übergangszeit lässt Gerdes + Landwehr alle Begleitpapiere und Lieferscheine noch parallel mitlaufen. „Das machen wir auch noch eine Weile, weil es in Deutschland ein notwendiges Begleitpapier für den Transport ist“, so Landwehr. Wenn die Transportunterlagen überall vollständig elektronisch akzeptiert sind, unterschreibt der Kunde auf dem TomTom PRO Driver Terminal, so wie man das vom Paketboten kennt. Die Unterschrift ist dann digital auf dem Lieferschein hinterlegt, dieser kann versendet und archiviert werden.

 

 




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