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Abgasemissionen: Auch PSA-Gruppe soll manipuliert haben

Französische Behörde für Wettbewerb will beweisen können, dass auch beim PSA-Konzern in Euro-5- und Euro-6-Diesel eine Abschalteinrichtung verbaut war. PSA dementiert und veröffentlicht Abschlussbericht zur Realverbrauchsmessungen.

Nach Medienberichten über Ermittlungen der französischen Behörde für Wettbewerb und Betrugsbekämpfung, dass auch die PSA-Gruppe in Diesel-Motoren der Euro-5- und Euro-6-Norm Abschalteinrichtungen verwendet haben soll, hat der PSA-Konzern die Vorwürfe vehement zurückgewiesen. Die Berichte stützen sich auf einen vertraulichen Bericht der Behörde, aus dem die französischen Zeitung Le Monde zitiert hatte. Demnach sollen bei PSA-Dieseln der Euro-5-Norm eine "schwindelhafte Strategie" zur Anwendung gekommen sein, mit der eine Software Prüfstandssituationen erkennt und die Stickoxidreinigung entsprechend reguliert. Laut dem Bericht soll es zwei Programme gegeben haben, eine "Low-NOx"- und ein "Low-CO2"-Strategie, die jeweils entweder die Stickoxidreinigung oder den CO2-Ausstoß und damit den Verbrauch optimiert, zuungunsten des anderen Wertes. Laut der Behörde, die sich auf Unterlagen von PSA-Ingenieuren stützt, soll der NOx-Modus möglichst selten aktiviert werden, wenn der Kunde selbst am Steuer sitzt, um den Verbrauch zu optimieren. Sogar Fahrzeuge der neuesten Norm Euro 6 sollen betroffen sein. In einem weiteren PSA-Papier sei die Rede davon, dass "der Aspekt der Abschalteinrichtung weniger offensichtlich und erkennbar" gemacht werden solle. Die Zahl der betroffenen Motoren beziffert die Behörde allein für den französischen Markt auf 1,9 Millionen Fahrzeuge in Euro-5-Einstufung. 

 

Transparenzoffensive: Realverbräuche veröffentlicht

Die Vorwürfe sind besonders heikel, weil PSA bisher relativ glimpflich durch die Abgasaffäre gekommen ist und PSA-Group-Chef Carlos Tavares stets beteuerte, sein Konzern habe mit all den Manipulationen nichts zu tun. Zeitnah nach dem Bekanntwerden der Manipulationen an Diesel-Motoren hatte der Konzern eine Transparenzoffensive gestartet, bei der die Realemissionen ihrer Fahrzeuge mit Diesel- und Benzinantrieb unabhängig geprüft und veröffentlicht wurden, unter anderem auch bei dem leichten Nutzfahrzeug Peugeot Partner/Citroen Berlingo sowie den technisch zum größeren Peugeot Expert/Citroen Jumpy verwandten Großraumlimousinen.

 

Erwartbare Erkenntnis: Diesel 1,5 l/100 km sparsamer als Benziner

Erst am vergangenen Mittwoch hatte der Konzern einen umfassenden Abschlussbericht der 18-monatigen Untersuchungen und Messungen vorgelegt, der 80 Prozent aller Pkw und leichten Nutzfahrzeuge abdeckte. Demnach hatten die externen Prüforganisationen bei Dieselmotoren eine Abweichung in der CO2-Emission über die gesamte Flotte von 1,74 l/100 km zum NEFZ-Zyklus-Verbrauch bei einem realen Durchschnittsverbrauch von 5,8 l/100 km ermittelt. Ergebnis war auch, dass die Dieselmotoren im Realbetrieb um 1,5 l/100 km sparsamer waren als die Benziner. Weitere Erkenntnisse: Die Verbrauchsvarianz in Abhängigkeit von der Fahrweise von Dieselmotoren war geringer als die von Benzinern, Automatikfahrzeuge verbrauchten im Schnitt 0,4 l/100 km mehr. Anlässlich der Vorstellung des PSA-Berichts hatte Gilles Le Borgne, Executive Vice President für Qualität und Technik der Groupe PSA erklärt: „Das in Zusammenarbeit mit T&E und FNE entwickelte Protokoll ist eine verlässliche Reaktion auf Fragen, die von unseren Kunden im Hinblick auf den Kraftstoffverbrauch gestellt werden. Ende 2017 werden wir die ersten Zahlen zum NOx-Ausstoß ergänzen.“

 

PSA: "Halten geltende Vorschriften in allen Ländern ein"

Umso heikler sind die aktuellen Vorwürfe,  die der Konzern am Freitag vehement zurückwies. In einer Pressemitteilung versichert der Konzern, dass die Gruppe "die geltenden Vorschriften in allen Ländern einhält, in denen sie tätig ist. Ihre Fahrzeuge wurden niemals mit Software oder Vorrichtungen ausgestattet, die eine Konformitätsprüfung erkennen und ein Abgasreinigungssystem aktivieren, welches im realen Betrieb auf der Straße ausgeschaltet ist". Außerdem sei man weltweit der einzige Automobilhersteller, der eine "vollständige Transparenz bezüglich des Verbrauchs und der CO2-Emissionen ihrer Modelle im realen Betrieb gewährleistet". Dies werde bis Ende 2017 noch auf die Stickstoffemissionen (NOx) ausgeweitet, kündigte PSA an. Es habe keine Kontaktaufnahme seitens der Ermittlungsbehörde gegeben und man habe keinerlei Kenntnis über die Untersuchungen.  



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