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Elektromobilität: Club of Logistics hält Oberleitungs-Lkw für falschen Weg

Statt am Markt chancenlose Technologie zu unterstützen, solle die Bundesregierung besser auf Technologien wie die Brennstoffzelle setzen, fordert die Lobbyorganisation. Verbandschef Voss: Oberleitungen sind "das falsche Pferd".

Die Lobbyisten-Organisation Club of Logistics hat sich gegen die Vorhaben der Bundesregierung ausgesprochen, in Oberleitungen für Elektro-Lkw zu investieren. Stattdessen fordert die Organisation den Aufbau einer Infrastruktur für Fahrzeuge mit Brennstoffzellen. Die milliardenschwere Förderung der E-Mobilität im Transportgewerbe setze auf das falsche, weil nicht markt- und umwelttaugliche, Pferd unter den alternativen Antriebssystemen, heißt es in einer Erklärung des Clubs of Logistics, der sich nach eigener Aussage als Lobbyismus-Organisation für die europäische Logistikindustrie versteht. Der Club reagiert damit auf entsprechende Pläne von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Als unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten bessere Alternative sieht der Club die Nutzung der Wasserstofftechnologie in Brennstoffzellen an. Gemeinsam mit den Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hessen werden derzeit zwei Feldversuche mit Oberleitungs-Lkw durchgeführt, der eine in Lübeck, der zweite zwischen Darmstadt und dem Frankfurter Flughafen. Der Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur auf rund 3.000 Kilometern besonders stark befahrener Autobahnabschnitte wird laut Umweltministerium rund sechs Milliarden Euro kosten.

 

Peter H. Voß, Geschäftsführer des Clubs of Logistics kritisiert, dass mit dem Oberleitungs-Lkw, dessen Batterie beim Fahren aufgeladen und durch einen Verbrennungsmotor für Gas oder Biokraftstoffe ergänzt wird, die falsche Technologie unterstützt werde: „Hier treten alle Probleme der E-Mobilität zutage. Es handelt sich um eine hoch subventionierte technologische Lösung, die unter Marktgesichtspunkten auf absehbare Zeit keine Chance hätte.“ Zudem stehe der umwelt- und klimapolitische Nutzen doch sehr in Frage, so Voß weiter. Studien würden zum einen zeigen, dass die Herstellung eines Elektrofahrzeugs einen weit höheren CO2-Ausstoß verursacht als die eines Dieselfahrzeugs. Zum anderen macht laut Voß „der Oberleitungs-Lkw nur Sinn, wenn der verwendete Strom tatsächlich aus erneuerbaren Energiequellen stammt“. Die wirtschaftlichere und umweltverträglichere Antriebstechnologie sei die Brennstoffzelle mit regenerativem Wasserstoff, meint Voß. So habe man im Pkw-Sektor bereits seit Jahren ausgereifte Lösungen auf diesem Gebiet entwickelt, die man durch entsprechende Hybridisierungskonzepte an die Betriebsformen der Lkw anpassen könne. Voß: „Brennstoffzellen-Lkw in großer Stückzahl stellen eine zukunftsfähige Alternative zur E-Mobilität dar.“ (tbu)


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