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City-Logistik: DPD kombiniert Lastenräder mit Mikrodepots

Paketdienstleister weitet ein Pilotprojekt in Nürnberg aus und liefert innerstädtisch aus einem Mini-Hub per Lastenrad aus. Methode ersetzt ein Zustellfahrzeug. Größte Herausforderung ist Standortsuche für Depots.

Der internationale Paket- und Expressdienstleister DPD forciert in Nürnberg die Anwendung von alternativen Zustellkonzepten. In der Südstadt werden Waren seit Dezember von einem Mikrodepots aus mit drei elektrisch unterstützten Lastenfahrrädern zugestellt. Dabei könne jedes Lastenrad ein herkömmliches Zustellfahrzeug vollwertig ersetzen, teilte der Dienstleister mit. In dem zentral gelegene Mikrodepot werden die Pakete für die Innenstadt zwischengelagert und umgeladen. Mikrodepot und Lastenräder sind Teil eines Pilotprojekts zur nachhaltigen Stadtlogistik unter wissenschaftlicher Leitung der Technischen Hochschule Nürnberg, das bereits im April 2016 formell gestartet war. Das Projekt wird unter anderem unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr sowie von der Stadt Nürnberg und der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Den offiziellen Startschuss gab denn auch der bayerische Innenminister Joachim Hermann, der erklärte: "Die Vorteile hinsichtlich Lärm- und Schadstoffemissionen liegen auf der Hand. Deshalb unterstützen wir das Projekt auch gerne."

 

Seit Dezember wurden 5.000 Pakete per Lastenrad ausgeliefert, bilanziert DPD. Die elektrisch unterstützten Lasten-Pedelecs stammen vom schwäbischen Anbieter Radkutsche und sind mit einem 1,5 Kubik oder 80 Pakete fassenden Kofferaufbau versehen. „Unsere ersten Erfahrungen in Nürnberg zeigen eindeutig, dass Lastenräder eine zukunftsfähige und praxistaugliche Alternative zu herkömmlichen Zustellfahrzeugen sind. Lastenräder ermöglichen nicht nur eine lokal emissionsfreie Paketzustellung, sondern sind im Stadtverkehr auch praktischer und effizienter“, erklärt Gerd Seber, Group Manager Sustainability & Innovation bei DPD Deutschland. In den dicht besiedelten Wohngebieten mit hoher Stoppdichte benötigten die Fahrrad-Zusteller für die gleiche Anzahl von Stopps deutlich kürzere Wegstrecken als die Zustellfahrzeuge, die Fahrer müssten weniger Strecken zu Fuß zurücklegen und verlören keine Zeit durch Halten oder Parken. In der kleinteiligen Zustellung im Vorteil, könne man mit Lastenrädern allerdings nicht die Beförderung großer Paketmengen aus dem Sortierzentrum leisten, so Seber.

 

Aus seiner Sicht stellt die Suche nach geeigneten Flächen für Mikrodepots die größte Herausforderung beim Einsatz von Lastenrädern dar. „Der Raum in Städten ist begehrt und wird immer knapper. Wir appellieren daher an Städte und Kommunen, noch stärker mit den Paketdiensten zusammenzuarbeiten, um alternative Zustellkonzepte langfristig zu etablieren“, forderte der Nachhaltigkeitsmanager. Unabhängig davon plant der KEP-Dienstleister ähnliche Modelle wie in Nürnberg demnächst auch in Hamburg einzusetzen. Weitere Städte sollen folgen, man sei hier in Gesprächen mit den Kommunen.



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