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Test & Technik

Elektromobilität: Terberg-Schlepper bei BMW bewährt sich

Nach einem halben Jahr im Einsatz ist eine Verlängerung des Projekts wahrscheinlich. Automatikgetriebe von Allison stellt rasches Anfahren und Beschleunigen sicher.

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Seit über einem halben Jahr setzt die Scherm Gruppe für ihren Kunden BMW Group eine  elektrische Terminal-Zugmaschine vom Typ Terberg YT202-EV mit Allison Vollautomatikgetriebe der Serie 3000 für Materialtransporte ein (LOGISTRA.de berichtete). Im Vergleich zu einem LKW mit Dieselmotor soll der YT202-EV von BMW und Scherm rund 12 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Laut Rainer Zoellner, Projektleiter „eLKW“ bei der Scherm Gruppe, ist eine Ausweitung des Projektes nach der einjährigen Pilotphase wahrscheinlich, sollte sich der Elektro-LKW auch weiterhin bewähren. „Der eLKW erfüllt seine Aufgaben im Just-in-time-Linienverkehr zu unserer vollsten Zufriedenheit. Und auch mit dem Allison Getriebe haben wir bisher durchweg positive Erfahrungen gemacht.“ Aus gutem Grund investieren die BMW Group und die Scherm Gruppe einen sechsstelligen Betrag in das Pilotprojekt: Durch den Elektroantrieb ist das Fahrzeug nahezu ohne Feinstaubbelastung und ausgesprochen leise unterwegs.

 

Die Fahrbedingungen im Münchner Stadtgebiet sind laut Rainer Zoellner nicht immer einfach: „Der LKW hat eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h, doch der Stadtverkehr verlangsamt das durchschnittliche Tempo. Schmale Straßen und enge Kurven erschweren die Fahrten zusätzlich.“ Eine große Hilfe ist hier das Allison Vollautomatikgetriebe: „Das Getriebe ist bei den Transporten eine deutliche Erleichterung. Der LKW lässt sich dadurch unkompliziert fahren und einfach manövrieren. Die Fahrer schätzen besonders das weiche, ruckfreie Anfahren“, lobt Zoellner. Der elektrische 40-Tonner pendelt in der Regel an fünf Tagen pro Woche achtmal täglich zwischen dem Logistikzentrum der Scherm Gruppe und dem etwa 3 Kilometer entfernten Münchner BMW-Werk.

 

Dabei transportiert das Fahrzeug in zwei Schichten, von 6 bis 24 Uhr, unterschiedliche Fahrzeugkomponenten für die PKW-Produktion von BMW, wie zum Beispiel Stoßdämpfer, Federn und Lenkgetriebe. Die kurzen, sich wiederholenden Arbeitszyklen sind für den Elektro-LKW bestens geeignet. Da das Fahrzeug mit voller Batterieladung eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern hat, kann es die insgesamt etwa 48 Kilometer pro Tag ohne Zwischenladen absolvieren. Nachts werden die LKW-Batterien an der firmeneigenen Elektro-Tankstelle mit 100 % Ökostrom aufgeladen, was drei bis vier Stunden dauert. 

 

Das Herz der vollelektrischen Terminal-Zugmaschine YT202-EV ist der flüssigkeitsgekühlte Siemens 3-Phasen-Synchronmotor (614 V) mit einer maximalen Leistung von 138 kW (188 PS). Laut Erik-Wim Vos, Manager für elektrische Fahrzeuge bei Terberg Benschop in den Niederlanden, ist das serienmäßig verbaute Allison Vollautomatikgetriebe ein weiterer zentraler Bestandteil des Antriebskonzepts. „Der Elektro-LKW muss mit einem Gesamtzuggewicht von bis zu 65 Tonnen starten und so schnell wie möglich seine Höchstgeschwindigkeit erreichen können. Unter diesen Bedingungen macht das Allison Vollautomatikgetriebe mit Drehmoment-Vervielfachung und Volllastschaltungen den Unterschied. Zudem nutzen wir den Nebenabtrieb, um die Hydraulikpumpe anzutreiben – dies spart ein zusätzliches Elektroaggregat“, erläutert Vos. Anders formuliert: Ohne das Allison-Getriebe wäre ein Direktantrieb mit einem größeren und erheblich teureren Motor für den YT202-EV erforderlich gewesen.

 

Auch in den konventionellen YT-Zugmaschinen wird das Allison 3000er Getriebe serienmäßig verbaut. Elektro-LKW breiten sich in Europa aus Europaweit sind derzeit 20 Terminal-Zugmaschinen vom Typ YT202-EV im Einsatz: in Dänemark, der Schweiz, den Niederlanden und in Deutschland. Im Laufe dieses Jahres sollen weitere Fahrzeuge ausgeliefert werden. Seit Juli 2014 betreibt zum Beispiel die Berliner Hafen- und Lagergesellschaft mbH (BEHALA) einen YT202-EV, um Container vom Berliner Westhafen zu verschiedenen Zielen in der Stadt zu befördern. Hauptsächlich sind es aber Lebensmittelunternehmen, die den Elektro-LKW für Logistikaufgaben einsetzen, darunter Migros, Ferrero und Bakker Barendrecht (Univeg).


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