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Iveco Daily 35S14V: Fahren ohne Zusätze

„Nur Diesel“ genügt beim dezent erneuerten Iveco Daily Euro 6: Der 3,5-Tonnen-Transporter mit 2,3-Liter-Maschine erfüllt die aktuelle Norm ohne SCR und ist auch sonst ein rundes Paket.

Neu ist ein relativer Begriff – ob der Daily schon wieder „neu“ ist, wo er doch in seiner jetzigen Form erst im Jahr 2014 wirklich komplett neu vorgestellt worden war, ist eine Frage der Perspektive. Der Hersteller jedenfalls spricht vom „neuen Daily“ im Bezug auf den 2016er-Jahrgang. Und er meint damit weniger den leicht veränderten Kühlergrill mit den glatt horizontal gezogenen Lamellen und die dezent geliftete Frontschürze sowie die Rückleuchten.


„Es muss gesagt werden, dass der 2,3-l-F1A-Motor eine komplette Neuentwicklung ist“, betonte Iveco-Brand-Präsident Pierre Lahutte im Interview auf der IAA. Basis für die Lösung „only Diesel“ ist eine zusätzliche gekühlte Niederdruck-Abgasrückführung.  „Nach dem Partikelfilter kühlen wir sauberes Abgas und führen es über einen Kühler vor dem Turbo wieder der Verbrennung zu. Als Ergebnis haben wir dann eine niedrigere Eingangstemperatur der Verbrennungsluft und damit weniger NOX-Ausstoß“, erklärt Lahutte. Hauptziel all der Bemühungen: Euro 6 ohne SCR. Außerdem soll der um 14 Kilo leichtere, laut Hersteller im NEFZ-Zyklus acht Prozent sparsamere und weiter reibungsoptimierte Motor im neuen Package schon fit sein für Euro 6 Plus; ab 2017 kommt diese Variante, für die ein SCR-Kat unerlässlich wird. Gesetzliche Pflicht wird das aber erst ab 2020 mit dem realitätsnäheren RDE-Zyklus. Optimiert wurde übrigens auch der DPF, um längere Ölwechselintervalle von jetzt 50.000 Kilometer zu ermöglichen.

Hoher City-Verbrauch
Während wir nolens volens anfingen, uns an die nervige Doppeltankung nach dem Test zu gewöhnen, war es mit dem Daily wie früher: „only Diesel“ – weiter geht’s. Dass es noch nicht mal allzu viel vom fossilen Brennstoff war – 8,67 l/100 km –, ist umso erfreulicher. Damit liegt er nicht nur deutlich unter dem Euro-5-Modell mit 205 PS und 3,0-Liter-Motor (10,0 l/100 km), sondern auch weit unter dem Hyundai H350 (9,7 l/ 100 km) und fast auf Augen­höhe mit dem Sprinter 316 CDI Euro 6 (8,2 l/100 km + 0,4 l AdBlue). Wobei der Wert noch besser ausgefallen wäre, hätte sich der Daily mit dem Hi-Matic-Getriebe nicht über unsere City-Runde einen ordentlichen Schluck aus der Pulle genehmigt.

Die Achtgang-Wandlerautomatik zeigt zwei Gesichter: Zwar ist sie mit wunderbar sanften und schnellen Schaltwechseln ein echtes Komfort-Plus im Stadtverkehr. Andererseits scheinen die 40 Anfahrvorgänge, die unser Stadtzirkel  vorsieht, doch auf den Verbrauch durchzuschlagen: Satte 10,8 l/100 km ergab die Messung. Überland sinkt der Wert dann auf 8,1, auf der Autobahn auf 8,6 l/100 km.
Hier wie dort cruist man übrigens sehr entspannt dahin, noch entspannter, wenn man gelegentlich selbst zum haptisch wertigen Schaltknauf greift und der Automatik „Halten“ signalisiert. Sie wirkt bisweilen etwas vorschnell beim Runterschalten und generell mehr auf mittlere Drehzahlen ausgelegt. Was der drehmomentgewaltige Motor nicht nötig hätte. Der zieht auch von unten heraus wie ein Bär, seine 350 Nm maximales Drehmoment liegen bei 1.500/min an, ein Großteil davon schon früher. Insofern kann man sich eine schaltfaule Fahrweise angewöhnen, die für „Fernfahrer“ natürlich wieder zu der „Sinnfrage“ führt, ob man die 3.900 Euro in die Hi-Matic investieren soll, wenn man eh selten schaltet – und damit obendrein die Option „Start-Stopp“-Anlage entfällt. Womit sich der Kreis schließt: In der Stadt führt die Hi-Matic offenbar zu erhöhtem Verbrauch.

Für Kuriere reicht die Basis
Generell sei im urbanen Umfeld die Basismotorisierung empfohlen. Statt eines variablen kommt hier ein Wastegate-Lader zum Einsatz, aber 116 PS und 320 Nm Drehmoment bei gleichfalls 1.500/min, Verzicht sieht anders aus, und beim Preis verzichtet man gern: 1.100 Euro weniger werden fällig. Der 136-PS-Motor wirkt für Stadtgezuckel jedenfalls fast schon überqualifiziert. Generell macht der Motor mit seinem kraftvoll grummelnden, bei Kaltstart etwas  rustikalen Lauf deutlich, dass es sich, wie der Hersteller nicht müde wird zu betonen, um eine „Industriemaschine“ handelt, nicht um ein wie sonst in der Branche üblich Pkw-abgeleitetes Derivat. Auf 350.000 Kilometer „Mindesthaltbarkeit“ will Iveco das Aggregat mit dem Facelift „geeicht“ haben.
Einmal in Fahrt, hört man bis auf ein dezentes Brabbeln nicht mehr viel, auch dank guter und wirksamer Dämmung, mit dem Facelift soll es nochmal um vier Dezibel leiser zugehen im „neuen“ Daily. Die Windgeräusche liegen auf niedrigem Niveau, was in Anbetracht der wunderbar großformatigen Spiegel besonders respektabel erscheint. Die Abrollgeräusche haben die Iveco-Ingenieure ebenfalls gut in den Griff bekommen. Vor allem ist die Karosserie steifer zusammengefügt und sitzt auch bei schnell gefahrenen Landstraßenpassagen mit dem ein oder anderen Schlagloch verwindungsfrei auf dem Leiterrahmen. 


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